Kunst-Stoffe ist "Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen"

Die Mitarbeiter von Kunst-Stoffe mit dem Pokal und der von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichneten Urkunde. (Foto: BW)
 
Projektmanagerin Judith Jacob und die Koordinatorin des Bildungsbereichs, Kristina Kulicova, im Lager. (Foto: BW)

Pankow. Über eine Anerkennung für seine Arbeit kann sich der Verein "Kunst-Stoffe. Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien" freuen. Im bundesweiten Innovationswettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen 2013/14" wurde er als einer der Preisträger ausgezeichnet.

Zum Wettbewerbsthema "Ideen finden Stadt" liefert der Verein eine Antwort auf die Frage, wie Großstadtmüll kreativ wiederverwertet werden kann. Müll fällt in der Großstadt Berlin genug an. Die Bandbreite reicht von alten Werbeplanen, defekten Lüftungsrohren, gebrauchten Holzlatten, Plastikbechern, Elektroschrott bis zu Stoffresten von Schneidereien. Vieles von dem würde einfach vernichtet werden. Dabei gibt es genug Menschen, die gerade für solche Sachen noch Verwendung haben: Künstler, Schüler, Bastler und Tüftler.

Genau diese Überlegung brachte die Initiatorinnen von Kunst-Stoffe auf die Idee, eine zentrale Stelle einzurichten, an der dieser vermeintliche Müll gesammelt und weitergereicht wird. Wie das funktioniert, bekam eine der Initiatorinnen, Dr. Corinna Vosse, in den USA mit. Sie lebte dort einige Zeit und lernte sogenannte "Reuse-Center" kennen und schätzen. Dabei handelt es sich um Umverteilungszentren für Rest-, Abfall- und Ausschussprodukte. Solche ein Zentrum richtete sie mit Frauke Hehl und weiteren Partnerinnen in der Berliner Straße 17, ganz in der Nähe von U- und S-Bahnhof Pankow, vor sieben Jahren ein. Zunächst konnten für die Materialsammlung 16 Garagen genutzt werden.

Vor zwei Jahren ist das Projekt in das Vorderhaus unmittelbar an der Berliner Straße gezogen. Dort wird das gesammelt, was Baumärkte, Handwerkerfirmen und Betriebe zur Verfügung stellen. Die Bandbreite der Dinge reicht von Papprollen über Farbeimer, Holzabfälle, Fliesen, Steine, Knöpfe, Monitore, Dekorationsmaterial bis hin zu Verpackungsmaterial. Diese Sachen werden von den Mitarbeitern an kreative Leute weitergegeben. Das reduziert Müll und schont Ressourcen. Daneben bietet das Kunst-Stoffe aber auch offene Werkstätten, und eine mobile Werkstatt zum Bau von Transporträdern an.

Die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" fand die Idee so gut, dass sie es als "Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen 2013/14" würdigt. Die von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichnete Urkunde überreichten Katharina Krieg von der Deutschen Bank und die Projektmanagerin der Initiative Juliane von Trotha kürzlich dem Team von Kunst-Stoffe.

Mitinitiatorin Dr. Corinna Vosse: "Wir sind sehr stolz, ein ausgezeichneter Ort im Land der Ideen zu sein und damit eine Lösung für das Leben in der Stadt von morgen aufzeigen zu können" Die größte Herausforderung im nächsten Jahr sieht sie darin, die Projektstruktur von Kunst-Stoffe auf eine sichere finanzielle Basis zu stellen. "Wir wollen ein nachhaltiges Geschäftsmodell erarbeiten, das den Vorbildcharakter des Projektes weiterträgt." Deshalb sucht der Verein Kontakt zu Politikern und Unternehmen, die das Projekt unterstützen. Die Auszeichnung könnte dazu beitragen, noch bekannter zu werden.

Weitere Infos gibt es auf www.kunst-stoffe-berlin.de.

Bernd Wähner / BW
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