Situation auf Pankows Spielplätzen spitzt sich zu

Pankow. Weil zu wenig Geld und Personal zur Verfügung stehen, kommt das Bezirksamt mit Reparaturarbeiten auf Spielplätzen nicht hinterher.

Dieses Fazit lässt sich nach den Antworten von Bürgermeister Matthias Köhne (SPD) auf eine Anfrage des Bezirksverordneten Roland Schröder (SPD) ziehen. Von den 256 Spielplätzen im Bezirk mussten bereits zehn komplett oder teilweise gesperrt werden. Sie haben bauliche Mängel. Betroffen sind zum Beispiel der Spielplatz Max-Steinke-Straße, Auenpark Karow, Straße 147/Stadtgärten und Rosenthaler Weg. Die gesperrten sind aber nur die Spitze des Eisberges. Auf anderen Spielplätzen mussten Geräte abgebaut werden, weil sie zu marode waren. Ersatz gibt es nicht. "In den Jahren nach der Wiedervereinigung wurden in Abstimmung mit Kindern und Anwohnern viele Spielplätze geplant und errichtet", erklärt Köhne. Auf diesen stehen viele Holzspielgeräte. Inzwischen nagt der Zahn der Zeit an den Wippen, Klettergerüsten und Schaukeln. Weil zu wenig Geld da sei, könnten nicht immer nötige Reparaturen durchgeführt beziehungsweise die Spielgeräte turnusmäßig ausgetauscht werden, erklärt der Bürgermeister. Das führe dazu, dass jetzt viele der in der Nachwendezeit errichteten Spielplätze fast zeitgleich Mängel aufwiesen.Zwar nahm Mitte der 90er-Jahre die Zahl der Spielplätze im heutigen Bezirk Pankow rasant zu: Die Zahl der Mitarbeiter für die Grünflächenpflege und die zur Verfügung stehenden Sachmittel sanken aufgrund von Senatsvorgaben allerdings drastisch. Im Jahre 1996 standen immerhin 381 Stellen für die Pflege von Grünanlagen, Spielplätzen sowie Grünflächen auf Straßenland, an Kitas, Schulen und öffentlichen Gebäuden zur Verfügung. Zurzeit seien nur noch 159 Stellen für diese Aufgaben vorhanden, berichtet Köhne. Die Zahl der zu pflegenden Grünflächen stieg dabei weiter.

Bei den Sachmitteln für Spielplätze sank das Budget von 573 000 Euro, die noch vor fünf Jahren zur Verfügung standen, auf aktuell 340 000 Euro. Die finanzielle Ausstattung ermögliche fast nur noch, akute Gefahren zu beseitigen, so Köhne weiter. Nachgedacht wird im Bezirksamt jetzt darüber, einen Spendenaufruf für Reparaturen auf Spielplätzen im Bezirk zu initiieren.


Bernd Wähner / BW
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