Stefan Liebich ist Direktkandidat der Partei Die Linke

Er tritt im Pankower Wahlkreis 76 für die Linke an: Stefan Liebich. (Foto: BW)

Pankow. Zu den Bundestagswahlen am 22. September treten etliche Parteien im Bezirk mit Direktkandidaten an. Die aussichtsreichsten Bewerber um ein Direktmandat im Wahlkreis 76 stellen wir Ihnen in den nächsten Wochen in der Berliner Woche vor.

Die Pankower Linkspartei nominierte erneut Stefan Liebich als Direktkandidaten. Bei der vergangenen Bundestagswahl gewann er überraschend das Direktmandat gegen Wolfgang Thierse (SPD). Dass er sich zu einer erneuten Kandidatur entschloss, begründet Liebich so: "Vier Jahre im Bundestag scheint eine lange Zeit, aber in der Politik ist es so, dass man in dieser Zeit viele Projekte erst einmal nur beginnen kann. Da sind dicke Bretter zu bohren. Die Umsetzung braucht Zeit. Darum möchte ich erneut in den Bundestag, um weiterzumachen."Im Bundestag ist Liebichs Schwerpunkt die Außenpolitik. Der Grund: "Ich möchte eine linke Bundesregierung. Bisher gab es aber auf dem Feld der Außenpolitik noch zu unterschiedliche Positionen zwischen der Linken sowie der SPD und den Grünen. Ich arbeite an einer Annäherung der Positionen. Wir sind hier zwar ein Stück vorangekommen, aber noch gibt es viel zu tun. Mein Ziel ist natürlich eine friedliche Außenpolitik."

Auch wenn in der Bundespolitik "dicke Bretter zu bohren sind" und man viel Geduld braucht, kann man auch in der Opposition etwas bewegen: Davon ist Stefan Liebich überzeugt. "Das beste Beispiel ist die Praxisgebühr", erläutert er. "Als die vor zehn Jahren eingeführt wurde, haben wir einzige dagegen gestimmt. Dass sie jetzt wieder abgeschafft wurde, ist auch unserer guten Arbeit in der Opposition zu verdanken."

Der Wahlkampf findet aber nicht auf der großen politischen Bühne, sondern im Wahlkreis statt. Welche Themen bewegen ihn hier? "Ein wichtiges Thema ist der Fluglärm. Erst wenn der Großflughafen BER eröffnet ist, kann der Flugbetrieb in Tegel eingestellt werden. Dann hört endlich die Lärmbelästigung für die Pankower auf. Ich setze mich dafür ein, dass es bis dahin eine Entschädigung für die Betroffenen gibt. Es kann nicht sein, dass es bisher noch keine Entschädigung gibt, nur weil für Tegel noch alte Lärmschutzregelungen gelten."

Ein weiteres wichtiges Thema sind für ihn die Miet- und Wohnungspolitik. Für Neuregelungen zum Schutz der Mieter will Liebich weiter im Bundestag kämpfen. Dass sich das lohne, meint Liebich, hätten im vergangenen Jahr die Senioren aus der Begegnungsstätte in der Stillen Straße bewiesen. "Mit ihnen hatte ich schon Kontakt, ehe es mit der Besetzung überhaupt losging. Ich freue mich, dass ihr Einsatz für die Sache so erfolgreich war."

Was seine Mitbewerber um das Direktmandat betrifft, ist Liebich froh, dass man sich nicht gegenseitig angreift, sondern jeder sachlich für seine politischen Ziele wirbt. Mittlerweile kennen sich die Pankower Direktkandidaten auch schon recht gut. Bis zum 22. September wird man gemeinsam etwa 20 Podiumsdiskussionen bestritten haben.

Zur Person

Stefan Liebich wurde 1972 in Wismar geboren. Er wuchs zunächst in Greifswald auf. 1984 zog die Familie nach Marzahn. Ende 1990, an seinem 18. Geburtstag, trat er in die PDS ein. Von 1992 bis 1995 studierte er an der Technischen Fachhochschule Berlin Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Parallel arbeitete er bei IBM. 1995 wurde er ins Abgeordnetenhaus gewählt. Dort war er unter anderem Fraktionsvorsitzender der PDS. Des Weiteren war er einige Zeit Landesvorsitzender. 2009 zog er als Pankower Direktkandidat in den Bundestag ein. Hier sitzt er für seine Fraktion im Auswärtigen Ausschuss. Weitere Informationen zum Kandidaten der Linkspartei auf www.stefan-liebich.de.

Bernd Wähner / BW
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