Wohngebiet Wollankstraße: Arbeitsgruppe soll Vorschläge erarbeiten

Pankow. Wie können die Mieter im früheren Sanierungsgebiet Wollankstraße auch künftig vor Verdrängung aus ihrem Kiez geschützt werden?

Geeignete Instrumente soll eine neugegründete "Arbeitsgruppe Soziales Erhaltungsrecht" des Bezirksamtes erarbeiten. Darüber informierte Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/ Die Grünen) die Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Große Teile des Alt-Pankower Zentrums waren von 1994 bis Anfang 2011 Sanierungsgebiet. In diesen 16 Jahren hatte das Sanierungsgebiet Wollankstraße, wie es offiziell hieß, eine enorme Entwicklung durchgemacht. Gab es 1994 rund 6000 Einwohner, so waren es im vergangenen Jahr schon knapp 8000 Menschen, die hier lebten. Etwa 70 Prozent aller Wohnungen gelten als saniert. Über 850 Wohnungen sind neu entstanden.

Etliche Häuser wurden mit öffentlichen Fördermitteln saniert. Für die Mieter hatte das den Vorteil, dass mit den Vermietern Mietpreisbindungen vereinbart werden konnte. So blieb ein großer Teil der Alt-Mieter in seinen Wohnungen. Diese erfreuliche Entwicklung bestätigte auch eine Sozialstudie.

Damit die Sozialstruktur weiter erhalten bleibt, regte die Studie den Einsatz geeigneter planungs- und genehmigungsrechtlicher Instrumente an. Das Wohnen im Kiez Wollankstraße wird nämlich immer begehrter.

Die Attraktivität des Kiezes birgt aber auch Gefahren. Wenn bestehende Mietpreisbindungen auslaufen, könnten Mieten drastisch erhöht werden. Außerdem könnte es in Altbauten weitere Modernisierungen geben, die dann auf die Mieten umgelegt werden. Deshalb beschloss die BVV, dass das Bezirksamt geeignete Schutzmechanismen für die Mieter prüfen solle. Vorgeschlagen wurde als Instrument, eine Erhaltungsverordnung zu erlassen. Mit dieser könnten zumindest modernisierungsbedingte Mietsteigerungen gedeckelt werden. Um Anregungen zu erhalten, führte das Bezirksamt im September eine Fachtagung durch. Die Ergebnisse werden von der neuen AG Soziales Erhaltungsrecht ausgewertet. Sie soll dem Bezirksamt Vorschläge machen, welche Sicherungsinstrumente im Gebiet Wollankstraße eingesetzt werden könnten.


Bernd Wähner / BW
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