Bahnhof Pankow: Hinweistafeln warnen Passanten

Viele Passanten laufen vom S- und U-Bahnhof einfach quer über die Straße, statt die sichere Überquerung an der Ampel zu benutzen. (Foto: BW)

Pankow. Mit Hinweistafeln soll dafür gesorgt werden, dass sich Passanten künftig sicherer vom S- und U-Bahnhof Pankow zur Straßenbahn- und Bushaltestelle auf der Berliner Straße bewegen.

Das teilte Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nach Gesprächen mit der Verkehrslenkung Berlin, der BVG und der Polizei mit.

Die BVV hatte im Juli beschlossen, dass das Bezirksamt Maßnahmen ergreifen soll, um die Verkehrssicherheit in diesem Bereich zu erhöhen. Auslöser für einen entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion sowie den folgenden BVV-Beschluss war ein tragischer Unfall. Eine Frau war hinter einem Bus auf die Gleise der Straßenbahn gelaufen. Dabei übersah sie offenbar die herannahende Bahn der Linie M 1. Mit schweren Kopfverletzungen wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert.

Wie die BVG berichtet, gab es in den vergangenen Jahren insgesamt drei Verkehrsunfälle in diesem Bereich. Alle waren darauf zurückzuführen, dass Fußgänger nicht an der Ampel die Straße überquerten, sondern einfach quer über die Straße liefen. Wer die Situation am Bahnhof beobachtet, kann das jeden Tag hundertfach beobachten.

Dieser Bereich der Berliner Straße war zwischen 2009 und 2012 gerade erst umgebaut worden. Um die Umsteigesituation zwischen U- und S-Bahn sowie Bussen und Straßenbahnen zu verbessern, ist eigens eine neue Haltestelleninsel gebaut worden. Damit diese sicher zu erreichen ist, wurden zwei Lichtsignalanlagen für die Fußgänger installiert. Dass diese von vielen nicht benutzt werden, sei dem Bezirksamt durchaus bewusst, erklärt Stadtrat Kirchner. Deshalb wurde gemeinsam mit Partnern nach einer Lösung gesucht. Doch die Suche gestaltete sich als äußerst problematisch. An der Haltestellensituation lässt sich aufgrund der beengten Platzsituation auf der Straße und im Bereich der S-Bahnbrücke kaum etwas ändern.

Auch die Idee, Schutzgitter im Bereich des Ostausganges von S- und U-Bahnhof aufzubauen, musste wieder verworfen werden. Dafür gibt es mehrere Gründe. Hier muss für Notfälle zum Beispiel eine Feuerwehrzufahrt zum Bahnhof vorhanden sein.

Hinzu kommt, dass etliche Passanten die Absperrung überwanden und dann doch an dieser Stelle über die Straße liefen. Ein weiteres Problem: An der früheren Absperrung wurden immer wieder Fahrräder angeschlossen. Das führte dazu, dass es zu Behinderungen auf dem Gehweg kam. Das alles wäre auch zu erwarten, wenn erneut eine Absperrung zwischen Gehweg und Radweg beziehungsweise Fahrbahn aufgebaut würde.

Deshalb entschieden sich die Beteiligten für die Aufstellung großer Hinweistafeln in diesem Bereich. Darauf wird zum einen das Verkehrszeichen für "Gefahrenstelle" zu sehen sein und der Text "Erhöhte Unfallgefahr für Fußgänger. Bitte Ampel benutzen!". Wie Kirchner berichtet, werden diese neuen Tafeln derzeit bestellt.

"Für weitere Maßnahmen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Verkehrssicherheit sieht das Bezirksamt im Rahmen seiner Verantwortung derzeit keine Möglichkeit", erklärt der Stadtrat. "Bei einem späteren Umbau des Bereichs Granitzstraße/Berliner Straße zur verkehrlichen Anbindung des Krieger-Geländes werden dann auch Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für diesen Haltestellenbereich bestehen und genutzt werden."


Bernd Wähner / BW
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