Bundespräsident Joachim Gauck besuchte Suppenküche an der Wollankstraße

Joachim Gauck im Gespräch mit Gästen der Pankower Suppenküche. (Foto: Bernd Wähner)
 
Dafür ist kurz Zeit: Ein Gruppenfoto mit dem Bundespräsidenten vor dem Klostereingang. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Suppenküche |

Pankow. Die Brüder des Pankower Franziskanerklosters sahen wie immer den Dingen, die da kommen, mit gebotener Gelassenheit entgegen. Dabei war an diesem Tag alles etwas anders als sonst. Bundespräsident Joachim Gauck hatte für den 15. Dezember seinen Besuch angesagt.

Während sich die ersten bedürftigen Menschen im gut beheizten großen Essensaal einfanden, sperrten Polizisten die Einfahrt zur Wollankstraße 19 ab, Personenschützer patrouillierten über das Gelände, Journalisten ließen sich akkredietieren. Ein Sprengstoffspürhund beschnupperte die Kamerataschen. Dann durften sich Medienvertreter am ersten Fotopunkt einfinden. Etwa eine Stunde sollte es noch dauern, bis der Konvoi des Bundespräsidenten eintrifft.

Hier passiert was Besonderes

In der Suppenküche, deren Front komplett verglast ist, begann bereits die Essenausgabe: Kartoffelsuppe mit Bockwurst oder Bratwurst mit Rotkohl und Quetschkartoffeln und zum Nachtisch Kuchen. Je mehr Kameraleute und Fotografen sich draußen auf dem Hof des Klosters versammelten, umso mehr wurde den Essenden drinnen klar, dass hier etwas Besonderes vor sich ging.

Dann die präsidiale Vorhut. Wenig später rollte die Staatskarosse auf den Hof. Gut gelaunt stiegen Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt aus. Sie schüttelten Caritas-Direktorin Ulrike Kostka und den Brüdern des Franziskanerklosters die Hand. Zwei Minuten für ein Gruppenfoto mit den Brüdern und ausgewählten ehrenamtlichen Helfern. Danach ging es ins Kloster. „Ich bin zu Ihnen gekommen, um Ihnen mit meinem Besuch meine Wertschätzung für ihre Arbeit zu zollen“, sagte Joachim Gauck. „Außerdem möchte ich mich über Ihre Arbeit informieren und mir alles anschauen.“

70 Ehrenamtliche regelmäßig tätig

Gegründet wurde die Suppenküche 1991 von Schwester Monika. Viele Menschen hatten nach der Wende ihre Arbeit verloren, einige kamen mit dem neuen System nicht klar und rutschten ab. Die Suppenküche sollte zunächst einmal für das Nötigste sorgen: eine warme Mahlzeit. Die Zahl der Menschen die in das Kloster kamen wuchs schnell. Die Franziskaner merkten rasch, dass eine Suppenküche allein nicht ausreichen würde. Die Menschen brauchen warme Kleidung, die Möglichkeit, sich zu waschen, und vor allem Beratung. Alle Angebote werden durch Spenden finanziert. Regelmäßig helfen 70 Ehrenamtliche beim Vorbereiten des Essens, bei der Essenausgabe und beim Abwaschen.

Nach einer halben Stunde Gespräch mit den Brüdern und Ehrenamtlichen huschte der Bundespräsident mit seinen Begleiter über den Hof zum Hintereingang der Suppenküche. Wenig später erschien er im großen Essenraum. Er ging durch die Reihen mit den langen Tischen und Bänken, schüttelte Hände, schrieb Autogramme.

Alltag zieht wieder ein

Nach einer weiteren halben Stunde war alles vorbei. Der Bundespräsident auf dem Weg zum nächsten Termin. Der Alltag zog wieder in die Suppenküche ein. Ehrenamtliche beim Aufräumen, Abwaschen, Saubermachen und Vorbereiten des nächsten Tages. Dann werden wieder 400 Gäste erwartet. BW

Weitere Informationen zur Suppenküche im Internet auf http://asurl.de/12t-.
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