Koordinationsstelle Ausbildungspaten stellt vorerst Arbeit ein

Jana Brinkmann (Mitte) mit zwei ihrer Ausbildungpaten: Michaela Scheffler (links) und Irmtraud Jesse. (Foto: BW)

Pankow. Ausbildungspaten eröffnen jungen Leuten, die Probleme bei der Suche nach einer Lehrstelle haben, neue Perspektiven. Dieses Fazit kann die Koordinationsstelle Ausbildungspatenschaften ziehen.

Initiiert wurde das Modellprojekt vom Verein "Arbeit und Bildung" vor zwei Jahren. Gefördert wurde es aus dem Europäischen Sozialfonds, Unterstützung gab es vom Senat, vom Pankower Jobcenter und Jugendamt. Mit dem Ende der Förderung in diesem Monat stellt das Projekt zunächst seine Arbeit ein.

Doch alle Beteiligten sind der Auffassung, dass ein solches Projekt erneut auf den Weg gebracht werden muss. Die Koordinationsstelle gewann berufs- und lebenserfahrene Menschen als Paten. Diese unterstützen junge Leute über bis zu einem Jahr bei der Suche nach dem richtigen Beruf.

Eine dieser Paten ist Irmtraud Jesse. Sie arbeitete bis vor anderthalb Jahren im Physiklabor der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). "Beruflich hatte ich über 40 Jahre mit jungen Leuten zu tun", sagt sie. "Als ich in den Ruhestand ging, wollte ich unbedingt noch ehrenamtlich etwas tun." Dann las sie in der Berliner Woche den Aufruf, dass die Koordinationsstelle Ehrenamtliche sucht.

Die Koordinatorin Jana Brinkmann hatte bereits eine junge Frau parat, die Unterstützung brauchte. Diese hatte die Schule mit einem erweiterten Hauptschulabschluss beendet, eine begonnene Ausbildung abgebrochen, ein Praktikum beendet und sich entschlossen, den Mittleren Schulabschluss nachzuholen. Mit dem wollte sie ihre Ausbildungschancen verbessern.

"Sie hatte bereits bei einem Bildungsträger mit dem Unterricht begonnen", erinnert sich Jana Brinkmann. "Allerdings merkte sie, dass sie vor allem in Physik Defizite hatte." Irmtraud Jesse begann, mit regelmäßiger Nachhilfe die junge Frau zu unterstützen. Diese kommt in dem Fach inzwischen allein ganz gut klar.

Ebenso engagiert wie Irmtraud Jesse unterstützt Michaela Scheffler das Patenprojekt. Sie arbeitet in einem Museum. Auch sie hilft einer jungen Frau. Diese machte ein Praktikum in einem Altenheim, als beide in Kontakt kamen. "Weil sie dort in Schicht arbeitete und ich ja auch tagsüber auf Arbeit war, haben wir uns nur selten persönlich getroffen", berichtet die Patin. "Ich merkte recht schnell, dass es ihr lieber war, wenn wir regelmäßig über soziale Netzwerke kommunizieren. Das machen wir bis heute so."

Die junge Frau ist inzwischen dabei, ihren Schulabschluss zu verbessern. Die nächste Aufgabe der Patin wird dann sein, sie bei der Berufswahl zu unterstützen. "Noch weiß sie nicht so richtig, in welche Richtung es gehen soll", erklärt Michaela Scheffler.

Die bisherigen Paten werden sich auch weiterhin um die jungen Leute kümmern, auch wenn das Projekt erst einmal beendet wird. "Solch ein Projekt müsste eigentlich auf viel längere Zeit ausgelegt sein", meinen Irmtraud Jesse und Michaele Scheffler. Die Koordinationsstelle Ausbildungspatenschaften konnte 15 Jugendlichen Paten an die Seite stellen. Weitere 200 junge Leute wurden unterstützt, unter anderem beim Erstellen ihrer Bewerbungsunterlagen oder durch die Begleitung zu Ämtern. Ob und wann das Projekt fortgesetzt wird, ist derzeit noch unklar.


Bernd Wähner / BW
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