Mit den neuen Ideen kann sich auch der Bezirk anfreunden

In den noch leer stehenden Teilen des Atelierhauses an der Prenzlauer Promenade könnten Studentenwohnungen entstehen. (Foto: BW)

Pankow. Das Vorhaben des Liegenschaftsfonds, das Atelierhaus in der Prenzlauer Promenade 149/152 an ein Wohnungsunternehmen zu verkaufen, scheint vom Tisch.

"Aktuellen Informationen aus dem Berliner Abgeordnetenhaus zufolge soll sich die Diskussion über die weitere Entwicklung des Atelierhauses dahingehend geändert haben, dass eine künftige Nutzung für studentisches Wohnen und Ateliers bevorzugt wird", teilt Christine Keil, die Stadträtin für Jugend und Facility Management der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mit. Die Immobilie, die früher von der Akademie der Wissenschaften der DDR genutzt wurde, ging 2004 an den Liegenschaftsfonds. Der beschloss seinerzeit, Räume im Gebäude an Künstler zu vermieten. Doch inzwischen möchte sich der Liegenschaftsfonds von dem Gebäude trennen. Gemäß der neuen Liegenschaftspolitik des Senats war in den zurückliegenden Monaten eine Veräußerung an ein Wohnungsunternehmen im Gespräch. Als diese Pläne bekannt wurden, machten die etwa 70 Künstler, die derzeit im Atelierhaus arbeiten, dagegen mobil. Sie kritisieren, dass dort preiswerte Ateliers gegen preiswerten Wohnraum ausgespielt werden sollen. Die Pankower Bezirksverordneten nahmen sich der Sache an. Die Mehrheit steht auf der Seite der Künstler. Sie möchte das Atelierhaus erhalten.

Deshalb beschloss die BVV im vergangenen Jahr zunächst, dass sich das Bezirksamt für den Erhalt des Atelierhauses einsetzen solle. In diesem Frühjahr gab es einen weiteren Beschluss, in dem das Bezirksamt aufgefordert wurde, sich gegenüber Senat und Liegenschaftsfonds für eine Ausweitung der bestehenden Ateliernutzung einzusetzen. Des Weiteren sollte sich das Bezirksamt für die Bereitstellung von sogenannten Gemeinbedarfsflächen für eine neue Kita starkmachen.

Offenbar geht der Senat nun auf die Intentionen des Bezirks ein. Stadträtin Keil konnte der BVV berichten, dass das Bezirksamt von der Senatsverwaltung für Finanzen aufgefordert wurde, eine eindeutige Stellungnahme zum neuen Nutzungsvorschlag abzugeben. "Das Bezirksamt Pankow begrüßt die Möglichkeit, neue Perspektive diskutieren zu können", erklärt Keil. Man habe sich inzwischen mit dem aktuellen Nutzungsvorschlag aus der Senatsverwaltung befasst und stimme diesem grundsätzlich zu. Dieser Vorschlag sieht die Sanierung bestehender Gebäude sowie die Errichtung eines Neubaus auf dem Grundstück vor.

Der Senat beabsichtigt, 60 Prozent der Fläche für studentisches Wohnen zur Verfügung zu stellen. 20 Prozent sollen Künstlern als Ateliers zur Verfügung stehen. Für weitere 20 Prozent ist eine gewerbliche Nutzung geplant. Allerdings hält das Bezirksamt weiterhin daran fest, dass auf dem Grundstück auch eine neue Kindertagesstätte entstehen soll. "Konkret werden 100 Kitaplatze an diesem Standort benötigt", so Christine Keil. "Dafür sind 950 Quadratmeter Gebäudefläche und 1000 Quadratmeter Freifläche erforderlich." Wenn die Senatsverwaltung in ihren weiteren Planungen auch diese Kita berücksichtigen würde, dann könne der Bezirk das geplante Nutzungskonzept vollends unterstützen, so die Stadträtin.


Bernd Wähner / BW
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