Seit 25 Jahren arbeiten Menschen mit Behinderung in den Delphin-Werkstätten

Mitarbeiterin Anke Ehrenberg wird sich ab diesem Jahr noch mehr um die Honigproduktion kümmern. Der wird übrigens im Pankower Bürgerpark geerntet. Zum Jubiläum wurde außerdem ein besonderer Wein abgefüllt. (Foto: Bernd Wähner)
 
Ingo Tiesler leitet mit viel Engagement die Delphin-Werkstätten. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Sie ermöglichen Menschen mit Behinderung, einer geregelten Arbeit nachzugehen: die Delphin-Werkstätten in der Wilhelm-Kuhr-Straße 66.

Seit nunmehr 25 Jahren gibt es diese Werkstätten, und das wurde nun auch gefeiert. Der Hauptsitz der Werkstätten befindet sich in idyllischer Lage am Rande des Bürgerparks. „Wir haben in den Delphin-Werkstätten 246 Beschäftigte, 136 davon arbeiten an der Wilhelm-Kuhr-Straße“, sagt Werkstattleiter Ingo Tiesler. Am Bürgerpark befinden sich zum Beispiel die Wäscherei, Metallbearbeitung, Elektrorecycling, Küchen- und Hauswirtschaftshilfe, Elektromontage sowie die Montage und Konfektionierung für die Industrie.

Weiterhin gibt es eine Außenstelle in Französisch Buchholz, im Gewerbezentrum econopark Pankow (früher Pankow-Park). Dort sei unter anderem die Garten- und Landschaftspflege untergebracht, sagt Standortleiter Markus Kliem. Diese kümmert sich um Gartengestaltung und Freiflächenpflege.

Ein kleines Team kümmert sich schließlich um das Agnes-Neuhaus-Café in der Schönhauser Straße 41 in Niederschönhausen. In diesem Haus hat auch der Träger der Delphinwerkstätten seine Zentrale: Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) hatte vor 25 Jahren die Vision, Menschen mit Behinderung in den Delphin-Werkstätten eine geregelte Arbeit zu ermöglichen.

In der Schönhauser Straße 41 begann dann auch die Geschichte der Werkstätten. Weil der Bedarf stetig wuchs und die Zahl der Aufträge zunahm, wurde an der Wilhelm-Kuhr-Straße ein Neubau errichtet, der im Sommer 2003 bezogen werden konnte. In jedem Arbeitsbereich der Delphinwerkstätten arbeiten heute zwölf bis 15 Beschäftigte. Deren Erzeugnisse und Dienstleistungen werden Betrieben, Behörden und Privatpersonen angeboten. „Wichtig ist für unsere Beschäftigten vor allem das Gefühl: Ich gehe regelmäßig zur Arbeit und leiste etwas, was gebraucht wird“, sagt Ingo Tiesler. Die Beschäftigten werden entsprechend geschult. „Das ermöglichte uns, in den vergangenen Jahren zu einem zuverlässigen Partner für unsere Auftraggeber zu werden“, so Tiesler.

„Wir werden unseren Gartenbau erweitern und auf ein zweckmäßigeres Grundstück umziehen“, wirft Ingo Tiesler einen Blick in die Zukunft. Dafür konnte in den letzten Tagen des vergangenen Jahres auch ein neuer Transporter von der MAN Truck & Bus Deutschland GmbH entgegengenommen werden. Das Unternehmen räumte den Werkstätten nicht nur einen großzügigen Rabatt ein, sondern übergab dann gleich noch einen 500-Euro-Scheck für die künftige Wartung. Mit 40 Beschäftigten ist der Garten- und Landschaftsbau der größte Arbeitsbereich der Werkstätten. Der neue Transporter ermöglicht es, noch größere Aufträge anzunehmen.

Eine weitere Neuerung: In diesem Jahr werden Beschäftigte auch zu Imkern. Im vergangenen Jahr kooperierten sie bereits mit einem Imker, halfen unter anderem beim Honigschleudern und Abfüllen. Ab diesem Frühjahr werden dann auch Bienenstände betreut, geernteter Honig für den Vertrieb vorbereitet, Bienenwachs eingeschmolzen – und das eine oder andere neue Produkt kreiert. BW

Weitere Informationen auf www.skf-berlin.de.
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