Verein Bora hilft misshandelten und bedrohten Frauen

Stephanie Soine von der Frauenberatung Bora berät Frauen in Gewaltsituationen auch telefonisch. (Foto: BW)

Weißensee. Es ist ein Thema, über das noch zu wenig gesprochen wird: Gewalt gegen Frauen in den eigenen vier Wänden. Immer wieder muss die Polizei einschreiten. Tausende solcher Einsätze registrieren die Beamten jedes Jahr in Berlin.

Sie sprechen dann sogenannte Wegweisungen aus. Das heißt, die Männer erhalten vorübergehendes Hausverbot. Doch damit sind die Probleme der Frauen nicht gelöst. Sie wissen häufig nicht, wie sie aus dieser Situation dauerhaft herauskommen sollen. Ganz praktisch hilft ihnen dabei der Verein Bora. Dieser Verein betreibt ein Frauenhaus, Übergangswohnungen und eine therapeutische Frauenwohngemeinschaften. Außerdem bietet er persönliche, auf Wunsch anonyme Beratungen an.

Das Engagement von Bora begann Ende der 80er-Jahre. Seinerzeit überlegten Sozialarbeiterinnen im Ostteil Berlins, wie man Frauen, die unter der Gewalt ihres Lebenspartners litten, besser helfen könnte. Das erste Frauenhaus in Ost-Berlin entstand - vor 25 Jahren. "Unser Frauenhaus hat heute 53 Plätze in 24 Zimmern", so Stephanie Soine von Bora. "Es ist ständig voll belegt." Finanziert wird alles vom Senat. In diesem Haus finden Frauen und ihre Kinder vorübergehend Schutz. Die Adresse ist natürlich geheim.

"Unser Ziel ist es aber, den Frauen wieder ein Leben in einer eigenen Wohnung zu ermöglichen", so Stephanie Soine. Wenn die Frauen so weit sind, dass sie das Frauenhaus verlassen können, unterstützt sie Bora dabei, entweder in ihre eigene Wohnung zurückzukehren oder eine neue Wohnung zu finden. Damit sich Frauen wieder an ein selbstbestimmtes Leben gewöhnen können, betreibt der Verein des Weiteren ein Wohnprojekt mit Übergangswohnungen, das 1993 gegründet wurde. Zusätzlich wird seit 2001 traumatisierten Frauen in einer therapeutischen Frauenwohngemeinschaft geholfen.

In der Öffentlichkeit bekannt ist vor allem die Frauenberatung Bora. Diese ist für alle Frauen offen. Stephanie Soine: "Wir beraten Frauen, die körperliche oder psychische Gewalt erleben und sich davor schützen wollen. Willkommen sind auch Frauen in Trennungskonflikten. Aber auch Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren haben oder deren Kinder davon betroffen sind, werden von uns beraten." Weiterhin können Verwandte und Bekannte dort Informationen bekommen. Sprechstunden sind montags und donnerstags von 10 bis 14 Uhr sowie dienstags von 14 bis 18 Uhr in der Albertinenstraße 1. Wenn möglich, sollte zuvor ein Termin unter 927 47 07 vereinbart werden. Sprachbarrieren sind dabei kein Thema. Die Beraterinnen beherrschen mehrere Sprachen und ziehen bei Bedarf auch Dolmetscher hinzu. Eine neue Beratung im Chat wurde auch auf www.das-beratungsnetz.de eingerichtet.

Weitere Infos gibt es auf www.frauenprojekte-bora.de.

Bernd Wähner / BW
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