Vereinsgelände soll nicht mehr zur Verfügung stehen

Michael Rietschel, Organisator des Pankower Mittelalterspektakels, hofft auf ein Einlenken des Pankower Bezirksamtes. (Foto: Kahle)

Pankow. Seit acht Jahren findet alljährlich ein Mittelalterspektakel mit internationaler Beteiligung auf dem Schützenvereinsgelände Schönholz, Hermann-Hesse-Straße 82, statt. Jetzt droht der beliebten Veranstaltung das Aus.

Auf dem Schützenvereinsgelände sind mehrere Vereine ansässig. Neben dem Schützenverein auch die Robins Kids, etwa 50 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich dem mittelalterlichen Langbogenschießen und dessen historischen Traditionen widmen, sowie weitere Vereine. Veranstalter des Mittelalterspektakels ist Michael Rietschel, ein Mitglied der Robins Kids, der im benachbarten Reinickendorf einen Mittelalterladen betreibt.

Das Schützenvereinsgelände ist begehrt bei vielen Veranstaltern. Manche davon möchte der Bezirk, zuständig für die Vergabe von Terminen, nicht haben. Auch die Schützen wehren sich etwa gegen Rummelplatzbetreiber. Deshalb gab es Stress und ein Veranstalter klagte. Daraufhin sperrte Sportstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) das Gelände kurzerhand für jegliche Feste und erarbeitet für das kommende Jahr ein neues Vergabekonzept. Danach sollen hier neben Sport- nur noch Kulturveranstaltungen stattfinden. Das Mittelalterspektakel liegt für die Stadträtin in einer Grauzone. Da wolle sie sich nicht festlegen, ließ sie verlauten. Für eine Stellungnahme gegenüber der Berliner Woche war sie bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Michael Rietschel ist verzweifelt. Die Robins Kids, die große Teile der Veranstaltung bestreiten, sind ein Sportverein. Es treten bekannte Musik- und Tanzgruppen der Mittelalterszene wie Corvus Corax auf. Es gibt Schaukämpfe mit historischen Waffen. Falkner und Frettierer zeigen ihre Künste. Ein Archäologe demonstriert Bronzegießen. Die Darsteller und Händler kommen inzwischen aus Tschechien, Polen, Frankreich, Schweden und dem gesamten Bundesgebiet.

"Wenn das nicht Sport und Kultur ist", so Rietschel, "weiß ich nicht mehr weiter. Ich habe mein ganzes Herzblut und Geld in diese Veranstaltung gesteckt, mein Hobby zum Beruf gemacht. Schließlich hängen auch bis zu 20 Arbeitsplätze an der Veranstaltung. Anfangs hatten wir in zwei Tagen 3000 Besucher. Inzwischen haben sich die Besucherzahlen verdoppelt. Das Schützenvereinsgelände in Schönholz hat einen guten Ruf in der Mittelalterszene, über alle Ländergrenzen hinweg", so Rietschel. Diese Chance sollte Pankow nicht verspielen, meint er.


Michael Kahle / m.k.
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