Wohnungsunternehmen sucht mit den Mietern der Grabbeallee 50/52 Lösungen

Pankow. Im Bezirk Pankow wird seit dem vergangenen Jahr der Bestand der Gesobau verstärkt modernisiert. Der Umfang der Maßnahmen ist für den Mieter manchmal nur schwer nachvollziehbar.

Das meint zumindest die Bürgerinitiative Pankower Mieterprotest. Ein aktuelles Beispiel sieht sie im Häuserkomplex Grabbeallee 50/52. Obwohl straßenseitig Loggien und Balkone vorhanden sind, plane die Gesobau hofseitig den Anbau eines weiteren Balkons für jede Wohnung, auch wenn nicht alle Mieter damit einverstanden sind.

"Die Maßnahmen in der Grabbeallee wurden vorerst gestoppt, wir sind noch im Gespräch mit den Mietern", erklärt die Gesobau-Pressesprecherin Kirsten Huthmann gegenüber der Berliner Woche. Auch die Mieterberatung Prenzlauer Berg sei gemäß Rahmenvertrag mit dem Bezirk Pankow im Objekt unterwegs, und es lägen auch Zustimmungen zu den Balkonanbauten vor, so die Pressesprecherin. "Die Balkone liegen derzeit an der viel befahrenen Grabbeallee und sollen nun mit Schallschutzglas geschlossen werden. Dafür sollen neue Balkone zum ruhigen Hofbereich errichtet werden, um eine Nutzung der Balkone überhaupt zu ermöglichen", so Huthmann.

Der Komplex Grabbeallee 50/52 wurde 1928 errichtet. Die Gesobau will dort bis April 2015 neben dem Anbau der Balkone die Fassade dämmen sowie die Elektrik, Leitungen, Bäder und Fenster erneuern. Die Wohungen bleiben in dieser Zeit bewohnt, aber es werden auch Ausweichquartiere gemäß dem Rahmenvertrag mit dem Bezirk zur Verfügung gestellt. Der Vertrag kam auf Druck der Initiative Pankower Mieterprotest zustande. Er schützt zudem Mieter vor Kündigungen, die nach der Modernisierung die höhere Miete nicht zahlen können.

Die aktuelle Miete beträgt 4,15 Euro pro Quadratmeter. Die Modernisierungsumlage wird durchschnittlich 1,83 Euro pro Quadratmeter betragen. Die Gesobau geht allerdings von Betriebskosteneinsparungen zwischen 0,85 und 0,92 Euro pro Quadratmeter aus. "Grundsätzlich gab und gibt es viele Gespräche zwischen der Gesobau und unseren Mietern. Einige Mieter lehnen den Anbau von Balkonen im Innenhof ab. Wir sind mit den Mietern weiterhin im Gespräch, um Lösungen zu finden", betont Kirsten Huthmann.


Michael Kahle / m.k.
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