Pankower Motorsportler mit Weltrekord-Fahrt

Pankow. Der Pankower Motorsportler Matthias Prillwitz kann sich jetzt Weltrekordler nennen.

Gemeinsam mit Rainer Zietlow aus Mannheim und Marius Biela aus Trier fuhr der 37-Jährige mit dem Auto vom Nordkap bis zum Kap Agulhas in Südafrika in acht Tagen, zehn Stunden und 36 Minuten. Damit unterbot das Trio den Weltrekord aus dem Jahre 1984.

In einem VW Touareg startete das Team am 21. September in Norwegen bei Minusgraden und eisigem Regen. Ihr Ziel: der südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Dazwischen 19 Länder und mehr als 18 000 Kilometer Wegstrecke.

"Das Besondere war, dass das Auto 24 Stunden am Tag rollte. Die Rotation im Fahrzeug erforderte eine klare Aufgabenverteilung und Disziplin", berichtet Prillwitz.

Außer Lenken und Schlafen gab es eine Vielzahl von Aufgaben. So war via Internet Pressearbeit zu leisten. Außerdem war Kontakt zu Grenz- und Zollstellen, zu Wetterstationen und Verkehrsmeldern aufzunehmen.

Die erste Überraschung erwartete das Trio bereits wenige Hundert Kilometer nach dem Start: Neuschnee in Finnland. "Das hatten wir nicht erwartet, verloren aber nur gut 15 Minuten bis zum ersten wichtigen Checkpoint", so Prillwitz. An der Tankstelle Seeberg West, auf dem nördlichen Berliner Ring gab es den einzigen Tankstopp in Deutschland. Zwei Zusatztanks erlauben eine Reichweite von knapp 3000 Kilometern pro Tankfüllung.

Aufgrund der aktuellen politischen Lage in Libyen und Syrien musste das Trio eine alternative Strecke fahren, um nach Ägypten zu kommen. Die nächste Herausforderung wartete kurz nach Luxor. Nach dem Grenzübertritt in den Sudan stieg das Thermometer auf über 50 Grad. Die Reifen klebten förmlich auf der Straße fest.

In Äthiopien kam die Fahrt dann zum ersten Mal in Stocken. Eine Überschwemmung hatte die Hauptroute komplett weggespült. Prillwitz: "Ich fasste mir ein Herz und versuchte die Fahrt durchs tiefe Wasser. Nach 300 Metern war der Spuk vorbei und wir kamen wieder auf eine befestigte Straße." Am 27. September wurde bei einem unverschuldeten Unfall das Fahrzeug so beschädigt, dass es nicht ging. Es landete in der Werkstatt. Regelkonform wurde die Stoppuhr erst einmal angehalten. Zum Glück fand sich ein VW-Importeur, der helfend unter die Arme greifen konnte.

Die Restetappe über Sambia, Zimbabwe und Südafrika absolvierte das Team in nur 48 Stunden. So konnten sich Prillwitz, Zietlow und Biela am Ende doch den Weltrekord holen.


Bernd Wähner / BW
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