Ausstellung im Rathaus Treptow erinnert an 17. Juni

Oliver Igel bei der Eröffnung der Ausstellung im Foyer des Treptower Rathauses. (Foto: Ralf Drescher)

Plänterwald. Der 17. Juni 1953 war ein Schicksalstag für viele Ostdeutsche. Rund eine Million Menschen gingen gegen die kommunistische Diktatur auf die Straße. Eine Ausstellung erinnert jetzt im Treptower Rathaus daran.

Erstellt wurden die 20 Tafeln in Plakatgröße von der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur. Behandelt wird auch ausführlich die Vorgeschichte des Volksaufstands. Der Aufbau des Sozialismus, für den alle wirtschaftlichen Grundlagen fehlten, mit den Normerhöhungen, die dann die Arbeiter auf die Straße brachte, darf da ebenso nicht fehlen wie die Propagandaaktionen um Sowjetdiktator Josef Stalin. Eine Tafel ist Vorgängen gewidmet, die nicht weit entfernt stattfanden. Am 13. Juni gab es eine Dampferfahrt von Bauarbeitern zum Müggelsee. Dort wurden im Biergarten "Rübezahl" die Normerhöhungen verurteilt und der erste Streik für den 15. Juni angekündigt. "Am Müggelsee fiel zum ersten Mal das Wort Streik", erinnerte Bürgermeister Oliver Igel (SPD) in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung. Seit Anfang Juni erinnert auf Initiative von Bezirk und Heimatverein Köpenick ein Findling mit Gedenktafel daran.Die durch Industriebetriebe geprägten Bezirke Treptow und Köpenick gehörten zu den Orten mit der höchsten Streikdichte. Rund 30 000 bis 40 000 Arbeiter sollen damals die Arbeit niedergelegt haben. Fast vollständig blockiert wurde die Produktion im EAW Treptow, im Kabelwerk Oberspree, in der Yachtwerft in Wendenschloß sowie im Funkwerk Köpenick. "Wir werden den Mut der Arbeiter, die der Diktatur die Stirn geboten haben, nie vergessen. Fast vier Jahrzehnte später führte der Geist von 1953 zur erfolgreichen Revolution von 1989", so Oliver Igel.

Die Ausstellung im Foyer des Rathauses Treptow, Neue Krugallee 4, ist bis Oktober bei freiem Eintritt zu sehen, montags bis freitags 9 bis 18 Uhr.

Ralf Drescher / RD
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