Ämter und Bürger diskutieren über den Helmholtzplatz

Das Platzhaus auf dem Helmholtzplatz ist zurzeit schwarz eingehüllt. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Das Platzhaus auf dem Helmholtzplatz ist zurzeit mit schwarzer Folie verhüllt. Anwohner werden aufgefordert aufzuschreiben, was sie über die geplante Umgestaltung des Helmholtzplatzes, die nachbarschaftlichen Aktivitäten im Kiez und die Zukunft des Nachbarschaftshauses denken.

Anlass für diese Aktion: Das Bezirksamt kündigte dem Förderverein Helmholtzplatz den Nutzungsvertrag für das Platzhaus. Der Förderverein Helmholtzplatz ist ein Zusammenschluss von Vereinen und Anwohnern. Er betreibt das Platzhaus seit 2003 ohne öffentliche Mittel und völlig ehrenamtlich. Jeder Verein, jede Initiative und jeder Kiezbewohner kann das Haus nutzen. Außerdem sorgte der Verein in der Vergangenheit für Frieden auf dem Platz. Immer wieder gab es Konflikte zwischen den unterschiedlichen Gruppen, die den Platz als Treffpunkt nutzten. Über Jahre gelang es aber mittels Moderation die Wogen zu glätten.

Aber 2013 wurde das Bezirksamt durch den Polizeiabschnitt 15 darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Situation auf dem Platz stetig zuspitzt. Es seien nicht mehr nur die altbekannten Trinker anzutreffen. Der Drogenkonsum nahm auf dem Platz zu, was auch die Drogenhändler anzog. "Wir mussten unbedingt handeln, damit bestimmte Balancen nicht irgendwann umkippen", sagt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen). Deshalb wurde in den zurückliegenden Monaten vom Sanierungsträger Stern GmbH im Auftrage des Bezirksamtes ein Konzept erarbeitet. Weiterhin fanden zahlreiche Gespräche mit der Polizei, dem Sozialamt, dem Straßen- und Grünflächenamt und Sozialvereinen statt. Das Stern-Konzept sieht vor, dass ab Januar regelmäßig ein Treffen aller Akteure unter dem Titel "Helmholtz-Ratschlag" stattfindet. Außerdem wird der Platz verstärkt gepflegt. Bestimmte Nutzergruppen sollen von Sozialarbeitern angesprochen und betreut werden. Weiterhin wird über eine Umgestaltung der Platzmittel nachgedacht.

Schließlich möchte das Bezirksamt, dass das Platzhaus kontinuierlich genutzt wird. In ihm sollen viel mehr als bisher stattfinden. Das Konzept des Fördervereins Helmholtzplatz von 2004 soll dabei als Grundlage dienen. "Aber es hat sich auf dem Platz viel verändert. Deshalb muss auch über ein neues Konzept nachgedacht werden", so Kirchner. In diesem Punkt stimmt Harald Steinhausen vom Förderverein Helmholtzplatz dem Stadtrat auch zu. "Das Konzept ist dringend reformbedürftig. Deshalb hoffen wir auf ein Neustart der früheren guten Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt", sagt er. Allerdings wurde der Verein weder an der Entwicklung des Stern-Konzeptes beteiligt, noch in die Pläne der Bezirksverwaltung eingeweiht.

Kirchner gesteht ein, dass sein Kündigungsschreiben "nicht der schlaueste Schritt der Kommunikation mit dem Verein" gewesen sei. Er erklärt deshalb, dass die Kündigung bis zum 30. Juni ausgesetzt ist. Man werde sich Anfang Januar mit dem Förderverein zusammensetzen und überlegen, wie es weitergeht. Zumindest ein neuer Vertrag müsse geschlossen werden, sagt Kirchner. Außerdem lud er den Verein ein, gemeinsam den ersten "Helmholtz-Ratschlag" vorzubereiten. Harald Steinhausen ist froh: "Nun haben wir erst einmal wieder ein halbes Jahr Planungssicherheit." Trotzdem sammelt der Verein weiterhin Unterschriften für den Weiterbetrieb des Platzhauses.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet auf www.platzhaus-helmholtzplatz.de.

Bernd Wähner / BW
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