Am Neubauviertel wird weiter geplant: Senator traf sich mit Anwohnern des Mühlenkiezes

Der Senat plant auf dieser Fläche an der Michelangelostraße Hunderte Wohnungen. (Foto: Bernd Wähner)
 
Andreas Geisel erläutert, warum Berlin so viel Wohnungsneubau benötigt. Neben ihm der SPD-Abteilungsvorsitzende Matthias Böttcher. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Das Land Berlin plant, auf einem 30 Hektar großen, landeseigenen Grundstück an der Michelangelostraße eine neue Siedlung mit Hunderten Wohnungen. Als die ersten Ideen dafür Anfang des Jahres vorgestellt wurden, gab es harsche Kritik aus dem Mühlenkiez. Jetzt traf sich Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) mit Anwohnern.

Eingeladen wurde er von der hiesigen SPD-Abteilung. Die Genossen wollten nähere Informationen zum Bauvorhaben. Auch Bewohner des Mühlenkiezes sollten zu Worte kommen. Weil sie bei den künftigen Planungen mitreden wollen, haben die Anwohner inzwischen die „Bürgerinitiative Lebensqualität an der Michelangelostraße“ gegründet.

"Preiswerte Wohnungen sind kaum noch zu haben"

„Wer eine Wohnung hat, spürt die Wohnungsnot selbst natürlich nicht“, sagte Geisel eingangs. „Wer aber eine Wohnung finden muss, merkt recht schnell: Preiswerte Wohnungen sind kaum noch zu haben. Die wachsende Stadt ist deshalb nicht ohne Wohnungsneubau in den Griff zu bekommen.“ Wer bauen will, braucht Grundstücke, aber die Grundstückspreise explodierten in den zurückliegenden Jahren. Deshalb bleibe der Stadt nur die Möglichkeit, Sozialwohnungen auf Grundstücken zu bauen, die ihr gehören.

Besonders viele Wohnungen werden in Pankow benötigt. Das sei der Zuzugsbezirk Nummer eins in der Stadt, so Geisel. Deshalb gibt es auch Pläne, große landeseigene Flächen wie an der Michelangelostraße zu bebauen. Man sei sich im Senat bewusst, dass die unmittelbaren Nachbarn das nicht gut finden, wenn ihnen neue Häuser vor die Nase gesetzt werden und Parkplätze verloren gehen.

Konflikte vermeiden

In einer sachlichen Diskussion meldete sich unter anderem der Vorsitzende der Bürgerinitiative Horst Krüger zu Wort. „Auch wir sehen ein, dass Neubauten notwendig sind“, sagt er. „Es geht uns aber darum, Konflikte zu vermeiden. Deshalb fordern wir, dass das Konzept für die Bebauung an der Michelangelostraße mit den Bewohnern aus der Nachbarschaft entwickelt wird.“ Krüger übergab dem Senator einen offenen Brief, in dem der Bürgerverein seine Kritik am Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs formuliert, der für diesen Bereich durchgeführt wurde. Nach Meinung der Anwohner sind wesentliche Elemente, die in der Wettbewerbsauslobung gefordert wurden, im Siegerentwurf nicht enthalten.

Geisel erklärt, dass die Federführung für das weitere Verfahren jetzt beim Bezirksamt liege. Dieses wird mit den Anwohnern zu gegebener Zeit Workshops durchführen. Auch im Rahmen der gesetzlich vorgeschrieben Bürgerbeteiligung haben die Anwohner die Möglichkeit, sich einzubringen.

Auf Anfrage teilt Pankows Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) mit, dass noch in diesem Jahr ein Vorentwurf als Grundlage für einen Bebauungsplanentwurf erarbeitet wird. Voraussichtlich 2016 soll die Bürger dann über wesentliche Ergebnisse informiert werden. Dann solle das Bebauungsplanverfahren gestartet werden. Das wird voraussichtlich mindestens bis 2018 laufen. Der genaue Zeitplan werde derzeit konzipiert. BW
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