Anwohner wollen keine Neubauten auf dem ehemaligen Bahngelände

Prenzlauer Berg. Statt einer weiteren Bebauung auf bislang noch brach liegenden Flächen wünscht sich die Anwohnerinitiative Ernst-Thälmann-Park eine neue großflächige Grünanlage.

Einen entsprechenden Bürgerantrag stellte sie in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Vor anderthalb Jahren gab das Bezirksamt eine Voruntersuchung zur Entwicklung des Ernst-Thälmann-Parks in Auftrag. Im Herbst wurden erste Zwischenergebnisse auf einer emotionsgeladenen Bürgerversammlung in der Wabe vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass es im Untersuchungsgebiet zwischen S-Bahngleisen, Greifswalder Straße, Danziger Straße und Prenzlauer Allee erhebliche Wohnungsbaupotenziale gibt. Investoren stehen schon bereit, aber die Anwohner-Initiative Ernst-Thälmann-Park ist aus mehreren Gründen gegen eine weitere Bebauung und damit Verdichtung des Wohngebiets. Nicht zuletzt deshalb gab es viel Kritik zum Gutachten. Diese Hinweise wurden vor einigen Wochen in zwei öffentlichen Veranstaltungen erörtert.

Inzwischen liegt ein Abschlussbericht vor, mit dem sich demnächst der Stadtentwicklungsausschuss der BVV befassen wird. Um ihre Position deutlich zu machen, stellte die Anwohnerinitiative bereits im Vorfeld der Debatte einen Bürgerantrag, den sie über Verordnete von Piraten- und Linksfraktion in die BVV einbrachte. In diesem Antrag fordert die Initiative, dass entlang der Ringbahn zwischen Planetarium und Anton-Saefkow-Park "die letzte und historische Chance genutzt wird, um für den Prenzlauer Berg eine neue, großflächige Grünanlage zu schaffen".

Damit solle das massive Gründefizit in diesem Stadtteil verringert werden. Um das zu erreichen, sollten nach Auffassung der Anwohner bestehende Grünflächen mit ehemaligen Bahnflächen verbunden werden. Dringend benötigte Erholungsflächen und Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene könnten entstehen. Bisher ist auf der ehemaligen Bahnflächen Wohnungsneubau vorgesehen. Die Anwohnerinitiative möchte erreichen, dass die Bezirkspolitiker umdenken. Die BVV beschloss, dass der Bürgerantrag zusammen mit dem Abschlussbericht der Gutachter im Ausschuss diskutiert werden soll.


Bernd Wähner / BW
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