Anwohner wollen mitreden: Stadtentwicklungskonzept vorgeschlagen

Prenzlauer Berg. Auf der großen freien Fläche an der Michelangelostraße soll ein neues Wohnquartier entstehen.

Senat, Bezirk und Wohnungsbaugenossenschaften und -gesellschaften, die bereits Wohnungen im benachbarten Mühlenkiez verwalten, wollen hier bis zu 1500 Wohnungen neu bauen.

Erste Ideen für das Vorhaben auf dem 30 Hektar großen Areal wurden im vergangenen Jahr in einem städtebaulichen Ideenwettbewerb entwickelt. Das Problem: Die Anwohner erfuhren erst nach Bekanntgabe des Gewinnerentwurfs, dass es solche Baupläne und einen Wettbewerb gab. Seit dem ist das Interesse der Menschen aus dem Mühlenkiez an den Planungen riesig. Sehr deutlich wurde inzwischen: Mit den aktuellen Ideen sind viele Anwohner nicht einverstanden.

Außerdem kritisieren sie, dass Vertreter der Anwohner bislang nicht in den Planungsprozess einbezogen wurden. Man könne nicht nur den zu bebauenden Geländestreifen an der Michelangelostraße betrachten, sondern müsse die Auswirkungen auf den benachbarten Mühlenkiez bei allen Planungen berücksichtigen, fordern die Anwohner.

Dieser Auffassung ist auch die SPD-Fraktion in der BVV. Sie machte jetzt zwei Vorschläge, die den Intentionen der Anwohner folgen. Zum einen fordert sie die Einrichtung einer „Planungswerkstatt Michelangelostraße“. An dieser sollen nicht nur Planungsbehörden, Bauherren in spe und Vertreter der BVV, sondern auch Anwohner teilnehmen. Im Ergebnis dieser Planungswerkstatt soll dann die Aufstellung eines mit allen abgestimmten Bebauungsplanes beschlossen werden.

Parallel dazu soll für den benachbarten Mühlenkiez ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (Isek) erstellt werden. In diesem sind städtebauliche Missstände in diesem Plattenbau-Wohngebiet zu erfassen. Das Konzept soll außerdem aufzeigen, wo Sanierungs- und Erneuerungsbedarf bei Grünflächen, Spielplätzen, Verkehrswegen, Kitas, Schulen und Sportflächen bestehen kann.
Auf Grundlage des Isek könnte das Bezirksamt dann Fördermittel zur Beseitigung von Defiziten beantragen.

Mit den beiden zusammenhängenden Vorschlägen der SPD-Fraktion wird sich demnächst der Stadtentwicklungsausschuss der BVV befassen und Weiteres entscheiden.

BW
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