Anwohnerinitiative stellt Antrag zur Sicherung des Grünzuges entlang der Bahngleise

Blick von der Brücke am S-Bahnhof Prenzlauer Allee auf den noch nicht bebauten Streifen entlang der Bahngleise. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Vom S-Bahnhof Prenzlauer Berg bis Anton-Saefkow-Park soll ein Grünzug entstehen. Dafür setzt sich die Anwohnerinitiative Thälmannpark ein.

In ihrem Namen stellten jetzt Volker Herold, Angelika Hornig und Wolfram Langguth einen Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Die Initiative sammelte zuvor über 1600 Unterschriften, damit der Antrag eine Chance auf Behandlung in der BVV hat.

„Das Areal entlang der Ringbahn zwischen Planetarium und Anton-Saefkow-Park bietet die historische Chance, um für den Prenzlauer Berg einen zentralen großflächigen Grün- und Erholungsraum zu schaffen“, erklären die Antragsteller. Damit könnte das Defizit an Grünflächen in diesem hochverdichteten Stadtteil gemindert werden. Je Einwohner fehlen zurzeit mehr als drei Quadratmeter Grünfläche in Prenzlauer Berg. Die Anwohnerinitiative fordert deshalb, ein Bebauungsplanverfahren für diesen Bereich durchzuführen. Dessen Ziel sollte die Sicherung der Fläche als grüner Sozial- und Erholungsraum sein. Die verbindliche Flächensicherung für die dringend benötigte öffentliche Infrastruktur sollte mit intensiver Bürgerbeteiligung stattfinden. Und schließlich fordern die Anwohner die Politiker auf, sich für einen Kauf der Flächen des ehemaligen Güterbahnhofs und der Brücke über die Greifswalder Straße durch das Land Berlin einzusetzen.

Die Flächen befanden sich zwar mal in Bahneigentum, gehören inzwischen aber einem Investor. Dieser will auf einem Teil Wohnhäuser errichten. Gegen diese Pläne sprechen sich die Bewohner des Thälmannparks bereits seit Jahren aus.

Bereits 2011, noch vor dem Flächenverkauf durch die Bahn, forderte die BVV das Bezirksamt dazu auf, sich für den Kauf der Grundstücke durch das Land einzusetzen. Es war bereits abzusehen, dass der Bedarf an Grünflächen und sozialer Infrastruktur wie Schulen, Kitas oder Sportflächen im Bezirk weiter zunehmen wird. Die Flächen gingen dann aber an den Investor.

2012 beauftragte das Bezirksamt Untersuchungen zur Gebietsentwicklung im Thälmannpark. Im Abschlussbericht wurden Grün- und Infrastrukturdefizite in diesem Wohngebiet ausführlich belegt. Trotzdem gab es weitere Nachverdichtungen. Von 2011 bis 2016 wurden zu den seit 1986 bestehenden 1400 Wohnungen weitere etwa 360 Wohnungen errichtet. Damit erhöhte sich entsprechend das Freiflächendefizit.

Wenn die bisherigen Flächen entlang der Bahngleise zu einem neuen Grünzug mit integrierten Infrastruktureinrichtungen entwickelt würden, könnte zusammen mit den bestehenden Grünanlagen im Thälmannpark ein großflächiger Erholungsraum entstehen. Von diesem profitieren dann auch Bewohner angrenzender Kieze. Zugleich würde mit diesem Grünzug die Kaltluftschneise erhalten bleiben, die bisher für eine „Belüftung“ der Innenstadt sorgt. BW

Die Verordneten entschieden, dass sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen auf einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Antrag befassen soll. Weitere Informationen gibt es im Internet auf http://asurl.de/138q.
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