Berlin muss umfangreich in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark investieren

Das Tribünengebäude des großen Stadions soll 2018 abgerissen werden. (Foto: Bernd Wähner)
 
Es wird voraussichtlich 2018 abgerissen: Das Tribünengebäude am großen Station. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark |

Prenzlauer Berg. Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark wird komplett umgebaut. Voraussichtlich ab 2018 wird zunächst das große Stadion neu errichtet. Danach sollen weitere neue Sportanlagen entstehen.

Entsprechende Vorschläge finden sich in einer Machbarkeitsstudie, die der Senat in Auftrag gab. Nach jüngsten Berechnungen wird der komplette Umbau des Sportparks mit etwa 170 Millionen Euro zu Buche schlagen. Dass auf dem weitläufigen Sportgelände endlich etwas getan werden muss, spürt jeder, der es betritt. Die alten Gebäude versprühen noch den Charme der 70er- und 80er Jahre. Das einzige größere Bauvorhaben der letzten Jahre war das Funktionsgebäude am kleinen Stadion. Es wurde 2013 eröffnet.

Letztes Großereignis im Frühjahr

Wie notwendig Erneuerungen sind, wurde im November deutlich. An einem stürmischen Tag lockerten sich am Tribünengebäude des großen Stadions mehrere Bleche. Das Stadion und dessen Umfeld mussten für Tage gesperrt werden. Nach aktuellem Stand wird das Tribünengebäude von 1987 im Zuge des Stadionumbaus abgerissen. Im Frühjahr findet im Stadion aber noch einmal ein sportliches Großereignis statt: das Endspiel in der Fußball-Champions-League der Frauen. Das wird dann wohl das letzte große Ereignis im alten Stadion sein. Dessen Betriebsgenehmigung läuft am 30. Juni 2019 aus. Deshalb muss es nun neu gebaut werden. Bis zum Herbst 2016 sollen dazu konkrete Pläne vorliegen. Etwa 90 Millionen Euro wird allein dieses Bauvorhaben kosten.

Mittel ab 2018 im Haushalt

Noch ist allerdings zu klären, in welchen Zeiträumen die Finanzmittel für den Umbau des gesamten Sportparks zur Verfügung stehen. Im nächsten Doppelhaushalt 2016/2017 wird Geld für weitere Planungen, aber noch nicht für Baumaßnahmen bereitgestellt. Die ersten Baumittel sollen nach Vorstellung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in den Haushalt ab 2018 eingestellt werden. Auf Einladung der CDU-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) informierte Staatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) kürzlich im Haus der Fußballkulturen an der Cantianstraße über den aktuellen Planungsstand.

Vertreter von Sportvereinen loben, dass bei den bisherigen Planungen ihre Vorschläge und Interessen weitestgehend berücksichtigt wurden. Das gilt besonders für den Wunsch, den Sportpark nicht nur zu einer modernen, sondern auch inklusiven Sportstätte umzubauen. Das heißt, dass alle Anlagen von Menschen mit und ohne Handicap gleichermaßen genutzt werden können. Zu den Bauvorhaben auf dem Areal gehört deshalb auch eine inklusive Sporthalle. Weiterhin ist ein Parkhaus geplant, damit Sportler mit Handicap mit dem Auto bis auf das Gelände gefahren werden können.

Flächen für Freizeitsportler

Ein weiterer Schwerpunkt sind ausreichend Sportflächen für den Individualsport. Bisher nutzen viele Freizeitsportler, die keinem Verein angehören, das kleine Stadion als Ort für ihr Lauftraining. Das ist von der Stadionverwaltung nicht immer gern gesehen. Mit den Umbauplänen soll eine Freizeitnutzung bestimmter Sportanlagen nun eindeutig festgeschrieben werden. Außerdem sollen auf der Anlage neue Spielfelder für Tennis, Beachvolleyball und Hockey entstehen. Ebenfalls geplant ist ein Neubau für Büros und Fitness- und Gymnastikräume. BW
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