Ernst-Thälmann-Park steht jetzt unter Denkmalschutz

Der Ernst-Thälmann-Park, so auch das alte Gaswerk-Verwaltungsgebäude, stehen jetzt unter Denkmalschutz. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Vor einem Jahr gab das Bezirksamt eine Voruntersuchung zur Entwicklung des Ernst-Thälmann-Parks in Auftrag. Ende des Jahres lagen die Ergebnisse vor. Bei der öffentlichen Auslegung gab es immerhin 247 Hinweise von Anrainern. Die betrafen vor allem den Verkehr, die Bebauung und die Grünanlagen.

Derzeit werden diese ausgewertet. Über das Ergebnis der öffentlichen Auslegung werden Anlieger am 9. April ab 17 Uhr im BVV-Saal in der Fröbelstraße 17 informiert. Dabei ist mit einer emotionsgeladenen Debatte zu rechnen.

Die Bezirkspolitik hatte das Büro Stattbau GmbH vor einem Jahr mit der Voruntersuchung für das Gebiet zwischen Greifswalder, Danziger Straße, Prenzlauer Allee und S-Bahngleisen beauftragt. Darauf aufbauend soll ein städtebauliches Konzept, also ein Leitbild für die nächsten Jahre entwickelt werden. Doch ein Teil der Bewohner ist mit der Arbeit des beauftragten Büros nicht zufrieden. Eine Initiative entwickelte ein eigenes Konzept. Veröffentlicht hat sie es im Internet auf www.teddyzweinull.de.

Größter Diskussionspunkt sind die vom Bezirk angedachten Neubauten am Rande der Wohnanlage. Etwa 700 Wohnungen sollen auf dem früheren Güterbahnhofgelände, weitere 1500 auf dem Zementwerkgelände am Anton-Saefkow-Park entstehen. Die Anwohner wünschen sich stattdessen ein grünes Band entlang der Bahntrasse.

Auf absehbare Zeit wird aber aus beiden Ideen nichts. Der Pachtvertrag für das Zementwerk ist in der Zeit der Voruntersuchungen vom Eigentümer auf Jahre verlängert worden, sodass dieses noch viele Jahre in Betrieb bleiben wird. Eine weitere Nachricht, mit der Bezirksamt und Bewohner überrascht wurden: Das Landesdenkmalamt teilte dem Bezirksamt kürzlich mit, dass der Ernst-Thälmann-Park als Gesamtanlage in die Landesdenkmalliste aufgenommen wurde. Was das für die Entwicklung des Wohngebiets bedeutet, ist noch unklar, erklärt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen).

"Dieser Vorgang hat die Gemüter erregt, hat aber einen Vorteil", so der Stadtrat weiter. "Die Unterschutzstellung des gesamten Ensembles eröffnet die Möglichkeit, hier eine sogenannte Förderkulisse für das Programm städtebaulicher Denkmalschutz einzurichten." Das heißt, es könnte Fördergelder für Sanierungsarbeiten zum Beispiel am Kulturensemble im Park geben.


Bernd Wähner / BW
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