Geplantes Wohnquartier Michelangelostraße sorgt für viel Unruhe im Mühlenkiez

Berlin: Gethsemanekirche |

Prenzlauer Berg. An der Michelangelostraße soll ein neues Wohnquartier entstehen. Die Ergebnisse des städtebaulichen Ideenwettbewerbs waren in den zurückliegenden Wochen im Mühlenkiez ausgestellt worden.

Wegen des großen Interesses an den Planungen findet am 9. April eine Bürgerversammlung statt. Dazu sind Interessierte um 18 Uhr in der Gethsemanekirche in der Stargarder Straße 77 willkommen. Dort werden die Wettbewerbsergebnisse erläutert. Außerdem können Besucher mit den Planern diskutieren.

Das Areal, das bebaut werden soll, ist circa 30 Hektar groß. Neben bis zu 1500 Wohnungen wäre dort der Bau einer Grundschule mit Sporthalle möglich. Ein Vorhaben mit dieser Dimension ruft naturgemäß bei den Nachbarn großes Interesse hervor. Das bekamen auch die Verordneten zu spüren. Als Anfang März eine Vorstellung der Wettbewerbsergebnisse auf der Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung stand, wollten fast 300 Anwohner an der Sitzung teilnehmen. Weil der Sitzungssaal zu klein war, wurde dieser Tagesordnungspunkt verschoben. Die Anwohner fühlten sich ausgeschlossen. Auch eine geplante Eröffnung der Ausstellung im Kiez wurde abgesagt.

Deshalb lud der Stadtentwicklungsausschuss kürzlich zu einer öffentlichen Sondersitzung ein. An der nahmen etwa 250 Anwohner teil. Sie hatten Gelegenheit, sich über das geplante Projekt zu informieren. Allerdings gibt es bislang noch keine beschlussfähigen Planungen. Noch handelt es sich um eine erste Ideensammlung. Diese muss in einem Bebauungsplanverfahren konkretisiert werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist dabei auch eine Bürgerbeteiligung. Weil das Interesse riesig ist, soll nun noch eine Präsentation in der Gethsemanekirche folgen. Diese bietet genug Platz. Die Planungen werden an diesem Abend sicher heiß diskutiert werden. Schon bei der Ausstellung der Ergebnisse des Ideenwettbewerbs im Wohngebiet an der Greifswalder Straße wurde deutlich, dass sich viele Anwohner mit den bisherigen Ideen nicht anfreunden können. Kiezbewohner Thomas Rosemann hat inzwischen sogar unter www.michelangelo-protest.info eine Internetseite eingerichtet. Auf dieser möchte er Gegnern der Bebauung ein Forum bieten.


Bernd Wähner / BW
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