Im Juli soll der neue Spielplatz im Ernst-Thälmann-Park fertig werden

Prenzlauer Berg. Seit vier Jahren gibt es keinen Spielplatz mehr im Ernst-Thälmann-Park. Der alte wurde abgerissen. Der Neubau verzögerte sich, weil im Herbst 2013 festgestellt wurde, dass die Erde kontaminiert ist.

Das Erdreich soll nun bis Mai dieses Jahres saniert werden, sagt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (B’90/Grüne) auf Nachfrage. "Im Anschluss werden voraussichtlich bis zum Juli die neuen Spielgeräte aufgebaut und der Spielplatz dann wieder eröffnet." Sobald die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, wird mit den Arbeiten begonnen.

Erst nach der fachgerechten Entsorgung kann es grünes Licht für den Aufbau neuer Spielgeräte geben. Diese werden dann, wie bei Spielplatz-Spielgeräten üblich, dann auf im Erdboden versenkten Fundamenten befestigt.

Dass mit dem Park-Untergrund etwas nicht stimmt, wurde Anfang der 90er-Jahre erstmals festgestellt, als Anwohner über Geruchsbelästigungen klagten. Seither gab es punktuell immer wieder Bemühungen, Altlasten aus dem Erdreich zu entfernen. Außerdem erfolgt seit einigen Jahren eine Grundwasserreinigung. Als das Grünflächenamt im Herbst 2013 neue Spielgeräte einbauen wolle, wurden extreme Belastungen im Erdreich des Spielplatzes festgestellt. Dies hatte zur Folge, dass für neue Spielgeräte nicht ohne Weiteres Fundamente hergestellt werden können. Außerdem wurde befürchtet, dass kontaminierter Boden in den Buddelsand gelangt sein könnte. Seither umgibt den Spielplatz ein Bauzaun.

Das sich unter dem Areal des Ernst-Thälmann-Parks verunreinigtes Erdreich befindet, liegt an der Vorgeschichte der Wohnanlage. Bis Anfang der 1980er Jahre befand sich auf der Fläche die IV. Städtische Gasanstalt. Sie versorgte die Berliner über 100 Jahre lang mit Gas und Koks. 1981 wurde das Gaswerk stillgelegt. Die DDR-Führung entschied, auf der Fläche ein großes Wohnungsbauprojekt umzusetzen. Das sollte sehr schnell zum 100. Geburtstag von Ernst Thälmann fertig werden. Deshalb wurden unterirdische Gaswerkrückstände kaum entfernt, sondern einfach nur zugeschüttet. "Die momentane Situation ist klar auf Versäumnisse aus den 80er-Jahren zurückzuführen", erklärt Kirchner.


Bernd Wähner / BW
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