In einem Dreivierteljahr soll das Zeiss-Großplanetarium wieder eröffnen

Mit einer 3D-Brille konnte sich Michael Müller schon mal einen kleinen Eindruck davon verschaffen, wie es künftig im Kuppelsaal aussehen wird. (Foto: Bernd Wähner)
 
Das Zeiss-Großplanetarium ist zurzeit eine Baustelle. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Das Zeiss-Großplanetarium ist seit April vergangenen Jahres eine Baustelle. Nach der Entkernung in den vergangenen Monaten hat nun der Innenausbau begonnen.

Über den aktuellen Stand der Arbeiten sowie die Perspektive als Wissenschaftstheater informierte sich dieser Tage Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Im Oktober 1987 wurde das Planetarium an der Prenzlauer Allee 80 als modernstes Sternentheater Europas eröffnet. In den zurückliegenden Jahren gab es zwar immer wieder kleinere Sanierungsarbeiten, aber nun wird das Planetarium nach 26 Jahren Dauerbetrieb komplett saniert und modernisiert.

Neuer Sternprojektor wird eingebaut

„Die einst hochmoderne Technik war anfällig für Störungen geworden und entsprach nicht mehr den technischen Standards und didaktischen sowie künstlerischen Erfordernissen“, sagt der Leiter des Planetariums Tim Florian Horn. „Darüber hinaus war es inzwischen fast unmöglich geworden, bei Ausfällen der alten Technik passende Ersatzteile zu beschaffen.“ Deshalb entschloss sich das Land, das Planetarium umzubauen. Ein wichtiger Baustein bei der Erneuerung der Technik: Der bisherige Sternprojektor Cosmorama wird durch ein deutlich leistungsfähigeres Modell ersetzt. Ein speziell für das Zeiss-Großplanetarium modifizierter Sternprojektor vom Typ Zeiss Universarium Modell IX wird den Sternenhimmel im Kuppelsaal des Hauses viel natürlicher zum Leuchten bringen. Wie das in etwa aussehen könnte, führte Tim Florian Horn dem Regierenden Bürgermeister schon mal in der noch unsanierten Kuppel des Planetariums modellhaft vor.

Ergänzt wird der Sternprojektor um ein mehrkanaliges, digitales Projektionssystem von Zeiss für die 360-Grad-Ganzkuppel-Projektion. Das ermöglicht den Besuchern in Zukunft, nicht nur die Sterne von der Erde aus zu sehen. Sie können auch die Erde und das Sonnensystem verlassen und dreidimensional durch das Universum zu reisen. Die sogenannte Fulldome-Videoanlage, die ein kuppelfüllendes Videobild erzeugt, ersetzt die bisherige Multivisionsanlage auf der Basis von Diaprojektoren.

Andere Wissenschaftszweige halten Einzug

„Inhaltlich wird sich das Planetarium für neue Themengebiete öffnen“, sagt Tim Florian Horn. Es wird nicht mehr wie bisher ausschließlich astronomische Programme geben. Das Planetarium öffnet sich auch anderen Wissenschaften wie der Biologie, der Chemie oder der Medizin. Besonders durch die Fulldome-Technik können wissenschaftlich anspruchsvolle Themen eindrucksvoll und unterhaltsam vermittelt werden.

Für die Erneuerung der Medientechnik und die baulichen Maßnahmen werden vom Land Berlin 12,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Weitere Mittel stellt der Europäische Fonds für regionale Entwicklung bereit. Mit diesen nochmals über eine halbe Millionen Euro werden die Planetariums- und die Kinobestuhlung im Haus erneuert, das Foyer renoviert und ein Besucherleitsystemen geschaffen.

Zurzeit finden umfangreiche Bauarbeiten im Kuppelsaal statt. Dort stehen überall Gerüste. Auch im Foyer stehen nur noch tragende Säulen und Baugerüste. Wenn alles planmäßig läuft, wird das Planetarium im Frühsommer 2016 wieder eröffnen. Die Besucher erwartet dann ein spannendes Programm, an dem die Mannschaft um Tim Florian Horn bereits arbeitet. BW
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