Schlachthofhallen eingerüstet: Investor will Bausubstanz sichern

An den alten Schlachthofhallen stehen jetzt Baugerüste. Die Bausubstanz soll gesichert werden. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. An den alten Hallen entlang der Landsberger Allee wurden vor Kurzem jede Menge Baugerüste aufgestellt.

Diese Hallen gehören zu den letzten steinernen Zeugnissen des einst riesigen Schlachthofs. Aber was passiert jetzt mit ihnen? Werden sie abgerissen? Oder beginnen hier bereits die Arbeiten zum Bau eines Kongress- und Shopping-Centers, so wie es vor anderthalb Jahren im Gespräch war.

Die Anwohner sind derzeit etwas ratlos. Es wird zwar auf einem Bauschild verkündet, dass es sich um eine „Sanierung der denkmalgeschützten ehemaligen Schlachthofhallen“ handele. Auf dem Bild stehen die Hallen separat. Man erkennt zwischen zwei der Hallen einen gläsernen Verbindungsbau. Aber mehr ist zu diesem Bauprojekt nicht zu erfahren.

Um an diesem Standort ein Kongress- und eines Shopping-Center zu verhindern, gründete sich im vergangenen Jahr eine Bürgerinitiative. Mit Unterstützung der Bezirkspolitik erreichte sie unter anderem, dass die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschloss, dass der Investor über sein Bauvorhaben informieren soll, bevor es mit Bauarbeiten losgeht. Ist hier nun ohne vorherige Anwohnerinformation mit dem Bauen begonnen worden?

Auf Anfrage kann Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) Entwarnung geben. „Zurzeit führt der Investor Sicherungsarbeiten durch, das heißt: Substanzsicherung an den denkmalgeschützten Hallen.“ Weiterhin wird eine Analyse für die sogenannte Entsorgungsdeklaration von Boden- und Bauschuttgemischen auf dem Grundstück durchgeführt. Diese ist die Voraussetzung dafür, dass künftig Aushub- und Abfuhrarbeiten durchgeführt werden dürfen. Weiterhin teilt Kuhn mit, dass der Investor kein Einkaufs- und Kongresszentrum mehr errichten wird. Er plane jetzt im Erdgeschoss Einkaufsflächen und in den Obergeschossen eine Büronutzung. Aber ein neuer Bauantrag zum veränderten Bauvorhaben liegt dem Bezirk noch nicht vor.

Schließlich berichtet Kuhn, dass der Investor ursprünglich zugesagt hatte, dass die Anwohner über das Bauvorhaben informiert werden. In Abhängigkeit vom neuen Bauantrag wird das Bezirksamt zu gegebener Zeit wieder auf ihn zugehen, damit die Anwohnerinformation auch tatsächlich erfolgt. BW
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