Bibliothek am Wasserturm fördert bei Kindern und Jugendlichen die Kernkompetenz Lesen

Anne Rüster und Cornelia Wasternack blättern in einem der aktuellen Lieblingsbücher der Kinder: „Die große Wörterfabrik“ von Agnès de Lestrade. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Bibliothek am Wasserturm |

Pankow. So viele Kinder wie in Pankow leben in keinem anderen Bezirk. Zu den wichtigsten Kompetenzen, die Kinder auf ihren Lebensweg mitbekommen, gehört das Lesen.

Für die Leseförderung setzen sich als Unterstützer der Schulen besonders die Bibliotheken ein. Eine der engagiertesten ist dabei die Bibliothek Wasserturm. Sie befindet sich inmitten eines der kinderreichsten Gebiete des Bezirks. Der Kollwitzplatz ist in der Nähe, und das Winsviertel beginnt auf der anderen Straßenseite. Leseförderung ist deshalb das tägliche Brot der Mitarbeiter um Bibliotheksleiterin Anne Rüster.

Weil den Bezirkspolitikern bewusst ist, wie wichtig die Bildungsaufgabe der Bibliothek in der Prenzlauer Allee 227/228 ist, wurde sie nach einem speziellen Konzept ausgebaut. „Im Bereich der Kinderbibliothek wurde der Schwerpunkt auf das Thema Leseförderung gelegt“, sagt Anne Rüster. Weiterhin wurde als Novum im Bezirk ein separater Jugendbereich mit Internetinsel, Projektraum, Jugendliteratur und Lernhilfen eingerichtet.

Interaktive Aktionen

Diese Angebote werden bestens genutzt. „Wir haben vormittags bis zu drei Kindergruppen aus Kitas und Schulen zu Gast“, so Rüster. „Kinder, die erstmals kommen, erhalten eine Einführung in die Benutzung der Bibliothek. Danach erleben sie bei jedem der regelmäßigen Bibliotheksbesuche eine interaktive Aktion. Außerdem wird natürlich vorgelesen, und angemeldete Kinder können neue Bücher ausleihen.“

Das Team um Anne Rüster entwickelte darüber hinaus die Reihe „Podesthelden gesucht!“. „Dazu sind jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 17 Uhr Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahre mit ihren Eltern willkommen. Sie lernen Bücher auf unterschiedliche Weise kennen“, sagt Anne Rüster. „Mal zeigen wir ein Bilderbuchkino, mal singen, malen oder basteln wir. Zum Abschluss können die Kinder dann immer etwas selbst Gestaltetes mit nach Hause nehmen.“ Ziel der Veranstaltung ist es, bei Kindern schon früh die Neugier auf Lesen und Bücher zu wecken.

170 Nationen in Prenzlauer Berg

Den Bibliothekaren ist aber bewusst, dass in Prenzlauer Berg nicht nur Kinder leben, deren Muttersprache Deutsch ist. Familien aus über 170 Nationen leben inzwischen im Ortsteil. Darauf hat sich die Bibliothek mit einem weiteren Angebot der Lese- und Sprachförderung eingestellt: dem „Sprachenkarussell“. „Mit Förderung der EU konnten wir in den zurückliegenden Jahren einen mehrsprachigen Bilderbuchbestand aufbauen“, so Rüster. Dieser wird genutzt, um Kinder, die zweisprachig aufwachsen, neugierig auf Bücher zu machen. Im „Sprachenkarussell“ sind an jedem dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 17 Uhr Eltern mit Kindern von vier bis etwa sechs Jahre willkommen. Meist liest ein Muttersprachler etwas vor oder es findet ein Bilderbuchkino in einer Fremdsprache statt. Danach wird mit Sprache gespielt und experimentiert.

Autorenlesungen und literarische Schnitzeljagden

Auch für die Oberschüler organisiert die Bücherei besondere Veranstaltungen. Dazu gehören Autorenlesungen oder literarische Schnitzeljagden. „Lesen ist heute mehr denn je eine Kernkompetenz. Da geht es nicht mehr nur um Bücher. Auch wer moderne Medien nutzen möchte, muss lesen können. Deshalb wollen wir verlässlicher Partner von Bildungseinrichtungen in der Leseförderung sein“, begründet Anne Rüster das Engagement ihrer Bibliothek. BW

Weitere Informationen zu den Angeboten der Pankower Bibliotheken gibt es auf www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow.
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