Das Zeiss-Großplanetarium an der Prenzlauer Allee soll nach den Sommerferien eröffnen

Spezialisten der Firma Zeiss beginnen mit dem Aufbau des neuen Sternprojektors vom Typ Zeiss Universarium Modell IX. (Foto: Stiftung Deutsches Technikmuseum/ Frank-Michael Arndt)
 
Der neue Sternprojektor vom Typ Zeiss Universarium Modell IX wird derzeit eingerichtet. (Foto: Stiftung Deutsches Technikmuseum/Frank-Michael Arndt)
Berlin: Zeiss-Großplanetarium |

Prenzlauer Berg. Die Sanierung des Zeiss-Großplanetariums geht ihrem Ende entgegen. Vor wenigen Tagen konnte das neue Herzstück des Wissenschaftstheaters eingebaut werden: der Sternprojektor vom Typ Zeiss Universarium Modell IX.

Dieser wird derzeit von Spezialisten der Firma Zeiss aufgebaut und eingerichtet. Damit ist ein wichtiger Meilenstein in der umfassenden Sanierung und Modernisierung des Planetariums erreicht. Neben einer neuen Medientechnik und weiteren bautechnischen Veränderungen gehört auch eine inhaltliche Neuausrichtung zum Gesamtkonzept der Modernisierung. Zu seiner Wiedereröffnung im Spätsommer wird das Zeiss-Großplanetarium eines der modernsten Wissenschaftstheater Europas sein.

„Der speziell für uns modifizierte Sternprojektor wird den nächtlichen Sternenhimmel mit natürlicher Brillanz an die 23-Meter-Kuppel projizieren“, sagt der Leiter des Planetariums Tim Florian Horn. Zusätzlich werden acht Planetenprojektoren installiert, um die Bewegungen der Wandelsterne am Firmament zu zeigen. Ergänzt wird der Sternprojektor um ein mehrkanaliges, digitales Projektionssystem mit zehn Zeiss-Velvet-Videoprojektoren. Dieses erzeugt eine 360-Grad-Fulldome-Projektion, also ein kuppelfüllendes Videobild. Die Verbindung aus analogem Sternprojektor und digitalem Planetarium ermöglicht es den Besuchern, in Zukunft nicht nur die Sterne von der Erde aus zu sehen. Sie können die Erde und das Sonnensystem verlassen und dreidimensional durch das Universum zu reisen. Die auf astronomischen Datenbanken basierende 3D-Software visualisiert das derzeit beobachtbare Universum.

„Die neue Medientechnik bietet ungleich mehr inhaltliche Möglichkeiten“, so Horn. „Sie ersetzt den bisherigen Sternprojektor Cosmorama und die veraltete Multivisionsanlage auf Basis von Diaprojektoren.“ Nach 26 Betriebsjahren war die einst hochmoderne Technik anfällig für Störungen geworden und entsprach nicht mehr den technischen Standards und didaktischen sowie künstlerischen Erfordernissen. Darüber hinaus war es inzwischen fast unmöglich geworden, bei Ausfällen passende Ersatzteile zu beschaffen. Der Sternprojektor Cosmorama, der seit 1987 rund drei Millionen Zuschauer mit seinem Sternenhimmel begeisterte, wird nach der Modernisierung ins Foyer des Hauses umziehen und dort zu besichtigen sein.

Inhaltlich werde sich das Planetarium für neue Themen öffnen, betont sein Leiter. „Statt bisher ausschließlich astronomische Programme zu zeigen, wird sich das Planetarium in Zukunft auch anderen Wissenschaftsgebieten wie Biologie, Chemie oder Medizin zuwenden. Besonders durch die Fulldome-Technik können wissenschaftlich anspruchsvolle Themen unterhaltsam vermittelt werden.“

Für die Erneuerung der Medientechnik und den Umbau stellt das Land 12,8 Millionen Euro zur Verfügung. Zwei zusätzliche Zuwendungen konnten außerdem für die Instandsetzung der Bestuhlung, die Renovierung des Foyers und die Schaffung von Besucherleitsystemen verwendet werden. In diese Projekte fließen weitere 545 000 Euro an EU-Mitteln.

Das Zeiss-Großplanetarium wurde am 9. Oktober 1987 nach nur zweijähriger Bauzeit als eines der größten und modernsten Sternentheater Europas eröffnet. Seit 2002 gehört es zur Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin. Leiter des Zeiss-Großplanetariums ist seit Juni 2013 Tim Florian Horn. Mit seinen Mitarbeitern arbeitet er derzeit am neuen Konzept des Hauses. Das Zeiss-Großplanetarium soll nach den Sommerferien wiedereröffnen. Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest. BW
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