Senat weist Schulleitung an, nicht für das Griechisch-Angebot zu werben

Prenzlauer Berg. Scheinbar wird es künftig an der Homer-Grundschule keine neue griechisch-deutsche Klasse geben. Die Elterninitiative für den Erhalt der Staatlichen Europaschule Berlin (SESB) an der Homer-Grundschule teilt mit, dass die Senatsbildungsverwaltung die Schulleitung angewiesen hat, nicht für eine künftige griechisch-deutsche Klasse zu werben.

Dabei schien das Engagement der Elterninitiative noch im Sommer von Erfolg gekrönt. Die Senatsverwaltung entschied erst vor einigen Monaten, dass an der Homer-Grundschule, Pasteurstraße 10/12, ab diesem Schuljahr keine bilingualen ersten Klassen mehr eingerichtet wird. Der deutsch-griechische Zweig sollte auslaufen. Die Plätze würden für Regelklassen benötigt. Gegen diese Entscheidung formierte sich Widerstand. Die Pankower Verordneten sprachen sich im Mai für die Fortführung des deutsch-griechischen Zweiges aus. Und der Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses beschloss, für dieses Schuljahr das Griechisch-Angebot durch eine Arbeitsgemeinschaft zu sichern. Klares Ziel sei es, dass an der Schule ein regulärer griechischer Zweig erhalten bleibt. Dafür solle auch geworben werden.

Nun teilte Pankows Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) aber mit: „Das Bezirksamt lehnt die Neueinrichtung eines regulären SESB-Zuges an der Homer-Grundschule ab, da er zu Lasten der schulpflichtigen Kinder des Einschulungsbereichs ginge. Eine wohnortnahe Beschulung in diesem Gebiet könnte nicht mehr gewährleistet werden.“ Das nahm die Senatsverwaltung zum Anlass, die Schulleitung anzuweisen, nicht mehr für Griechisch-Klassen zu werben. Die Elterninitiative dazu: „Wir kommen zu dem Schluss, dass Senats- und Bezirksverwaltung entweder unkoordiniert handeln oder die politischen Beschlüsse der BVV und des Abgeordnetenhauses von den Verwaltungen gezielt nicht umgesetzt werden.“ Und die Vorsitzende des Bezirkselternausschusses, Kathrin Schulz, kritisiert: „Offensichtlich ist es vollkommen egal, ob es in der BVV und im Abgeordnetenhaus einhelliges Bekenntnisse und Beschlüsse gibt: Die Verwaltung macht doch, was sie will.“


Bernd Wähner / BW
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