Der Helmi hat ein Drogenproblem: Bürger machen jetzt gegen Dealer mobil

Mit diesen Plakaten machen Anwohner auf das Dealer-Problem aufmerksam. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Die Gegend als angesagt. Familien leben gerne am Helmholtzplatz. Doch auf der Grünanlage, nach der der Kiez benannt ist, gibt es immer wieder Probleme.

Zurzeit nutzen wieder mal verstärkt Drogendealer den Platz für ihre Geschäfte. Sie hielten sich vor allem am Bolzplatz und an den Tischtennisplatten auf – dort, wo sich Jugendliche treffen, berichtet Ella Weinert (Name von der Redaktion geändert). „Schon vor den Sommerferien haben mich Eltern darauf angesprochen, dass es immer mehr Drogendealer auf dem Helmi gibt“, sagt die besorgte Mutter. „Ich habe das erst nicht ernst genommen, weil dort ja schon immer auch viel gekifft wird. Aber an einem Wochenende, als ich mit meinem Mann und meinem Sohn gemeinsam da war, haben wir es gesehen: Den ganzen Tag wurden offen Drogen verkauft.“

Was die Anwohnerin dabei erschrak: Die recht jungen Drogendealer nahmen Kontakt zu Kindern auf. Sie spielten mit ihnen Fußball und Basketball. Es schien, als wollten sie sich mit ihnen anfreunden. Ella Weinert empfand die Szenerie beängstigend. Sie informierte die Polizei. Eine Streife kam vorbei, zeigte Präsenz, kontrollierte aber keine Personen. „Nachdem wir die Polizei dreimal hintereinander informiert hatten, gab es dann endlich eine Personenkontrolle mit Platzverweis.“

Als die Anwohnerin dann vor einigen Tagen mit ihrem Sohn gegen 20 Uhr über den Platz lief, traute sie ihren Augen nicht. Da wurde mitten auf dem Spielplatz gedealt. Als die Polizei eintraf, floh der Dealer. Aus mehreren Gesprächen mit Beamten weiß Elle Weinert inzwischen, dass die Polizei über das Dealen auf dem Platz Bescheid weiß. Beamte in Uniform und in Zivil sind immer wieder auf dem Helmholtzplatz unterwegs, aber eben nicht ständig präsent. Deshalb ist man auf Hinweise und Anzeigen angewiesen.

„Ein Polizeibeamter sagte mir, dass wohl noch häufiger kontrolliert werden würde, wenn regelmäßig Anzeigen aus der Bevölkerung kämen“, sagt die Anwohnerin. „Am wirkungsvollsten sei es, über die Internetwache der Polizei zu gehen.“ Diese ist unter www.internetwache-polizei-berlin.de zu erreichen.

Polizei, Ordnungsamt und der Verein, der das Platzhaus auf dem Helmholtzplatz betreibt, arbeiten seit geraumer Zeit eng zusammen, um die Probleme vor Ort, zu denen neben den Dealern auch die Trinkerszene gehört, in den Griff zu bekommen. Immer wieder gibt es Aktionen. So fand zum Beispiel am 14. September ein gemeinsames „Blaues Fest“ statt.

Besorgte Anwohner machen nun aber vor allem gegen die Drogendealer mit einer Bürgerinitiative mobil. Von einem Grafiker ließen sie ein Plakat entwickeln, mit dem sie auf dem Platz auf die Drogendealer aufmerksam machen. „Außerdem werden wir demnächst mit einer eigenen Domain im Internet an den Start gehen“, sagt Ella Weinert. „Die wird schon bald unter helmikultur.de zu erreichen sein.“ BW
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