Christian Wilhelm Griebenow legte den Grundstein für Prenzlauer Berg

Wilhelm Griebenow um 1860. (Foto: Sammlung Grosinski)

Prenzlauer Berg. Sein Name ist eng mit der Entstehung der späteren Bezirke Prenzlauer Berg und Wedding verbunden: Christian Wilhelm Griebenow. Am 14. April jährte sich der Todestag des Rittergutsbesitzers zum 150. Mal.

"Griebenow wurde 1784 als Sohn eines Ackerbürgers in Prenzlau geboren", berichtet Ortschronist Klaus Grosinski. Nach der Schule erlernte er den Beruf des Büchsenmachers. Er nahm an den antinapoleonischen Kriegen teil sowie an der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. Als er 1814 nach Berlin kam, umgab ihn der Ruhm eines Helden der Befreiungskriege, von dem er bis ins hohe Alter profitierte.

Griebenow heiratete in die Berliner Ackerbürgerfamilie Zernickow ein, die über beträchtlichen Landbesitz auf Weddinger Gebiet verfügte. Nach dem Tod des Schwiegervaters ging er daran, den überwiegend sandigen Boden für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung vorzubereiten und einen Teil seines Besitzes zu parzellieren, berichtet Klaus Grosinski. Anschließend vergab er die Parzellen zu günstigen Konditionen an Kolonisten.

Die Erfolge ermutigten ihn, 1823 das am Schönhauser Tor liegende und vor dem Konkurs stehende ehemalige Königliche Vorwerk Niederschönhausen zu erwerben. Dessen Ländereien erstreckten sich zu beiden Seiten der Chaussee nach Pankow, der späteren Schönhauser Allee, als breiter Ackerstreifen von der Fehrbelliner, Choriner Straße im Süden bis an die Pankower Feldmark.

Der Vorwerksguthof befand sich auf dem heute durch Schönhauser Allee, Angermünder, Lottum- und Torstraße begrenzten Karree. Nach seinen auf dem Wedding gesammelten Erfahrungen bereitete er den Großteil seines neuen Besitzes für eine Bebauung vor und begann, das Land zu parzellieren. Damit verwandelte er das Gut in eine Keimzelle der Besiedlung Prenzlauer Bergs.

Als erstes überführte er den "Platz an der einsamen Pappel" in freies Eigentum und verkaufte 1825 fast das gesamte Gelände zwischen der Schönhauser Allee und Schwedter Straße als Exerzierplatz an den Militärfiskus. Dort befindet sich heute der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Im Jahr darauf ließ er die Kastanien- und die Pappelallee anlegen, um die angrenzenden Flächen besser verkaufen oder verpachten zu können.

In den letzten Lebensjahren war Griebenow bemüht, seine Besitzungen im nördlichen Umland weiter auszugestalten. Dabei ging es ihm nicht vordergründig um den gewinnträchtigen Verkauf. Auch durch Schenkungen oder die günstige Gestaltung des Kaufpreises von Bauland nahm er Einfluss auf die weitere Erschließung seiner Ländereien.

Bereits 1847 hatte er unter anderem der Deutsch-Katholischen Gemeinde (seit 1862 Freireligiöse Gemeinde) an der Pappelallee ein Stück Acker zum Anlegen ihres Friedhofs (seit 1995 Friedhofspark) geschenkt. Auf seinen Wunsch wurde auch der evangelischen Zionsgemeinde Bauland zur Verfügung gestellt. Im Sinne ihres verstorbenen Mannes stellte seine Witwe 1887 außerdem das Bauland für die Gethsemanekirche zur Verfügung.

1865 starb Griebenow. Er wurde im Erbbegräbnis der Griebenows auf dem Georgen-Parochial-Friedhof an der Greifswalder Straße beigesetzt. Die Stadt Berlin benannte im Dezember 1866 den vom Zionskirchplatz nach der Schwedter Straße führenden Weg in Griebenowstraße.


Bernd Wähner / BW
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