Das Planetarium ist auf dem Weg zum größten Wissenschaftstheater Europas

Der Leiter des Planetariums, Tim Florian Horn, mit dem alten Projektor "Cosmorama". (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Das Zeiss-Großplanetarium wird nun doch länger geschlossen bleiben als geplant. Seit April vergangenen Jahres ist der Kuppelbau in der Prenzlauer Allee 80 für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

Das 28 Jahre alte Gebäude und seine Technik werden saniert und modernisiert. Eigentlich sollte im Herbst dieses Jahres Wiedereröffnung gefeiert werden. Die Arbeiten werden sich nun aber bis Juli 2016 hinziehen. Der Grund dafür sei ein Rechtsstreit, berichtet Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) auf Anfrage. Die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) hatte den Einbau eines neuen Projektors europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag hatte zunächst ein Anbieter aus Frankreich erhalten. Doch ein unterlegener Bewerber klagte gegen diese Entscheidung. Die Verhandlung des Kammergerichts zog sich einige Monate hin. Dadurch konnte die neue Technik nicht so rasch eingebaut werden, wie ursprünglich geplant. Aber nun ist klar: Die Zeiss AG wird den neuen Projektor einbauen.

Nach dieser Entscheidung kann im Planetarium weitergearbeitet werden. Inzwischen sei der aus dem Eröffnungsjahr stammende Sternenprojektor "Cosmorama" abgebaut worden, berichtet der Leiter des Planetariums, Tim Florian Horn. Er wird für seinen künftigen Standort in der geplanten Ausstellung im Planetarium vorbereitet.

Demnächst wird mit dem Einbau der neuen Technik begonnen. "Dabei handelt es sich um einen speziell für das Planetarium modifizierten Sternenprojektor vom Typ Zeiss Universarium Modell IX", erklärt Horn. Dieser Projektor wird künftig den nächtlichen Sternenhimmel in die Kuppel des Planetariums projizieren. "Ergänzt wird der Sternenprojektor um ein mehrkanaliges, digitales Produktionssystem mit zehn Zeiss-Velvet-Videoprojektoren für die 360-Grad-Ganzkuppel-Projektion. Das ganze wird auch Fulldome genannt", erläutert der Leiter des Planetariums.

Die Kombination aus analogem Sternenprojektor und digitaler Technik ermöglicht den Besuchern künftig, nicht nur die Sterne von der Erde aus zu sehen. Sie können per Animation die Erde und unser Sonnensystem auch verlassen und dreidimensional durch das Universum reisen. "Mit der neuen Technik lassen sich auch andere Forschungsbereiche wie Biologie, Chemie oder Medizin ästhetisch ansprechend und wissenschaftlich korrekt visualisieren", so Tim Florian Horn. "Das Planetarium nimmt damit eine wichtige Hürde auf dem Weg zum Wissenschaftstheater."

Mit der neuen Technik wird das Haus an der Prenzlauer Allee zu einem der modernsten Wissenschaftstheater der Welt. Aber nicht nur die Technik, auch die restliche Ausstattung im Gebäude wird bis zur Wiedereröffnung modernisiert. Der größte Brocken an Arbeit wartet im Saal mit der großen Kuppel, die innen immerhin 23 Meter hoch ist. Hier wird so gut wie alles erneuert: Vom Fußboden bis zur Bestuhlung. Knapp 13 Millionen Euro sind für alle Arbeiten vorgesehen.


Bernd Wähner / BW
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