Kunstinstallation auf Altem Friedhof bis 14. September

Dennis Bilbrey von der Arbeitsgemeinschaft Friedhofsmuseum an einem der Grabsteine. Hinter ihm die Halde mit den Grabsteinen. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. "Unvergessen" heißt eine Kunstinstallation, die im Sommer auf dem Alten Friedhof St. Martin-St. Nikolai zu besichtigen ist. Geschaffen wurde sie von der Künstlerin "diekleinefraubraun", hinter der sich Thordis König verbirgt.

Sie spazierte vor einiger Zeit über diesen Friedhof in der Prenzlauer Allee 1. Dieser befindet sich zwischen der Backfabrik und den Hochhäusern an der Straße Am Prenzlauer Berg direkt an der Grenze zum Bezirk Mitte. In diesem turbulenten Kiez ist der Friedhof eine grüne Oase. Thordis König spazierte bis in die hinterste Ecke des Friedhofs. Dort entdeckte sie eine Halde mit alten abgeräumten Grabsteinen. Manche von ihnen sind bereits zerbrochen. Thordis König fiel auf, dass auf vielen Grabsteinen "Unvergessen" steht. Doch wären die Verstorbenen tatsächlich unvergessen, lägen ihre Steine wohl nicht dort. Irgendwie hatten die Nachfahren ihr einst gegebenes Versprechen gebrochen.

Das Ganze inspirierte natürlich "diekleinefraubraun" zu einer Installation auf dem Friedhof. Die Künstlerin möchte an die scheinbar Vergessenen erinnern. Sie wandte sich mit ihrer Idee an den evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte, der sie wiederum an die Arbeitsgemeinschaft Friedhofsmuseum vermittelte. "Wir fanden die Idee, mit einer Kunstinstallation zum Nachdenken über das Thema Erinnern anzuregen, großartig", sagt Dennis Bilbrey von der Arbeitsgemeinschaft. "Deshalb unterstützten wir die Künstlerin bei der Umsetzung."

Damit die Menschen noch einmal in Erinnerung gerufen werden, sind alle 50 Schriftzüge "Unvergessen" auf den Steinen noch einmal vergoldet worden. Des Weiteren wurden auf der Halde Blumen gepflanzt. An einer langen Tafel an der Friedhofsmauer können Besucher ihre Gedanken zur Erinnerungskultur verewigen. Schließlich sind auf dem gesamten Friedhof Gießkannen mit dem Schriftzug "Unvergessen" aufgestellt worden. "Damit wollen wir Besucher anregen, selbst Blumen an verlassen scheinenden Grabstellen zu pflanzen und diese zu gießen", so Dennis Bilbrey.

Zu besichtigen ist die Kunstinstallation auf dem Friedhof zu den Öffnungszeiten von 8 bis 18 Uhr bis zum 14. September, dem Tag des offenen Denkmals. Weitere Informationen gibt es auf www.kulturkapellen.de sowie auf http://friedhofsmuseum.de/presse/.

Bernd Wähner / BW
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