Karsten Ackermann studiert gerade eine Zirkusrevue ein

Puppenspieler Karsten Ackermann mit seiner neuesten Marionette, dem italienischen Zirkusdirektor. Mit ihm studiert er gerade ein neues Stück ein. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Seit 20 Jahren begeistert Karsten Ackermann mit seinem Puppentheater "Felicio" Kleine und Große. Für dieses Jahr hat er eine ganz besondere Premiere geplant. Er möchte eine Zirkusrevue mit Marionetten auf die Bühne bringen. Eine ganz besondere Herausforderung.

"Ich freue mich schon wahnsinnig darauf", sagt 50-Jährige. "Ein italienischer Zirkusdirektor wird durch das Programm führen. Es wird einen Clown, Artisten und Zirkustiere geben. Spaß ist also garantiert." Die neue Inszenierung wird zwar erst einmal vor allem Kinder ansprechen, "aber ich werde sie weiterentwickeln, sodass ich sie bald auch im Abendprogramm spielen kann", sagt der Puppenspieler. Alle zehn Figuren für das Stück werden von Barbara und Günter Weinhold nach Ackermanns Vorstellungen angefertigt. Mit ihnen arbeitet er bereits seit Jahren zusammen. Regie führt Volkmar Funke.

In den nächsten Tagen, wenn alle Puppen da sind, beginnt Ackermann mit den Proben. Dann wird er jeden Tag mindestens fünf Stunden mit seinem Regisseur am Stück arbeiten. Voraussichtlich im Juli soll Premiere sein. Die Puppe des Zirkusdirektors hängt schon seit Tagen in Ackermanns Nähe. Er will sich mit ihr und ihrem Charakter vertraut machen. Wenn er dann die ersten Sätze mit italienischem Akzent von sich gibt, scheint Karsten Ackermann schon tief in diese Rolle einzutauchen.

Die Zirkusrevue wird das achte Stück in seinem Repertoire. "Begonnen habe ich mein Puppentheater vor 20 Jahren mit Rumpelstilzchen. Das spiele ich heute noch", sagt der Puppenspieler. "So oft ich ein Stück auch spiele, keine Vorstellung ist wie die andere, und das ist das Spannende an meinem Beruf." Die ersten zehn Jahre reiste Karsten Ackermann quer durch die Bundesrepublik, um seine Stücke zu zeigen. Vor zehn Jahren eröffnete er dann in der Schivelbeiner Straße 45 seine erste feste Spielstätte mit 60 Plätzen. "Seinerzeit machten immer mehr kommunale Kultureinrichtungen dicht", sagt der Puppenspieler. "Für mich und meine Kollegen gab es immer weniger Auftrittsorte. Deshalb eröffnete ich mein eigenes Theater." So schuf er einen Aufführungsort, der völlig unabhängig von öffentlicher Förderung ist.

Der Erfolg von "Felicio" im vergangenen Jahrzehnt gibt ihm recht. Wenn er auf Tournee ist, sorgen Kollegen für ein anspruchsvolles Programm. Der Felicio-Chef, der ursprünglich Elektriker lernte, ist durch und durch Puppenspieler. "Anfangs spielte ich im Amateurbereich mit dem Theater ,Pappelpappel‘ oft in Kirchen oder in Kindergärten." Ganz in der Nähe seines heutigen Theaters, in der Driesener Straße, machte Karsten Ackermann seine Einstufung als Amateur-Puppenspieler. Von da an durfte er öffentlich beispielsweise im Kulturhaus des Ernst-Thälmann-Parks auftreten. In der Schivelbeiner Straße zeigt er heute Inszenierungen wie "Rumpelstilzchen", "Rotkäppchen", "Robin Hood", "Kasper und das Krokodil am Nil", "Dornröschen" und "Peter und der Wolf". Die Erwachsenen entführt der Puppenspieler einmal im Monat in die Welt der Operette mit dem Stück "Orpheus in der Unterwelt".

Weitere Informationen gibt es unter 44 67 35 30 sowie im Internet auf www.felicio.de.

Bernd Wähner / BW
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