Vor fast drei Jahrzehnten kam Tatiana Burghenn-Arsénie aus Bukarest nach Berlin und wurde heimisch

Tatiana Burghenn-Arsénie zeichnete unter anderem die frühere Groterjan-Brauerei an der Milastraße. Faszinierend ist die Detailgenauigkeit. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. So detailliert wie Tatiana Burghenn-Arsénie hat sich bisher kaum jemand Pankower Gebäude angeschaut. Die Künstlerin zeichnete in den vergangenen acht Jahren zahlreiche von ihnen.

In Tatiana Burghenn-Arsénies Adern fließt Künstlerblut. „Mein Vater war Regisseur und Bühnenbildner am Bukarester Theater. Er malte sehr viel. Ich bin quasi im Theater und mit seiner Malerei aufgewachsen“, so die Künstlerin. Doch als junge Frau ging sie zunächst einen anderen Weg. Sie studierte Zahnmedizin. 1988 zog Tatiana Burghenn-Arsénie nach Berlin – der Liebe wegen. „Ich bin ein Stadtmensch. Deshalb habe ich mich hier sofort wohlgefühlt“, sagt sie. Bis 2000 praktizierte sie als Zahnärztin. Doch dann entschloss sie sich, eine künstlerische Ausbildung zu beginnen.

„Zunächst ließ ich mich in der Technik der byzantinischer Malerei ausbilden“, sagt sie. Später folgten Ausbildungen in Druckgrafik, Aktzeichnen und Malerei. Architektur spielt als Motiv bis 2007 kaum eine Rolle. Aber dann sprach Hannelore Sigbjörnsen vom Kulturring Berlin sie an.

Ein Abenteuer

„Ich hatte gerade eine Ausstellung mit byzantinischer Kunst beim Kulturring. Sie fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, mal etwas ganz anderes zu versuchen, nämlich Gebäude im Bezirk Pankow zu zeichnen“, erinnert sich die Künstlerin. „Ein bisschen musste ich überlegen, aber dann stürzte ich mich in dieses Abenteuer.“ Tatiana Burghenn-Arsénie kannte zwar Prenzlauer Berg und das Gebiet rund um den Helmholtzplatz, ihren Heimatkiez, sehr gut. Aber als Motiv geeignete Gebäude in Pankow zu finden, fiel ihr zunächst schwer. „Hannelore Sigbjörnsen unterstützte mich dabei. Wir wählten die Gebäude gemeinsam aus. Mein erstes Motiv war das frühere Pankower Kulturhaus an der Breiten Straße“, so Tatiana Burghenn-Arsénie. „Ich dachte, dass ich einfach loslegen kann. Wie man zeichnet, das hatte ich oft bei meinem Vater gesehen. Doch so einfach war das dann doch nicht. Mit Frau Sigbjörnsen diskutierte ich über die ersten Zeichnungen und korrigierte vieles.“

Nach und nach perfektionierte Tatiana Burghenn-Arsénie ihren Zeichenstil. Neben dem Bleistift verwendete sie China-Tusche und Pigmenttinte. Im Laufe der Jahre entstanden Bilder aus fast allen Ortsteilen des Bezirks. Sie zeichnete mit viel Liebe zum Detail zum Beispiel den Straßenbahnhof Nordend, die Gewächshausanlage im Botanischen Volkspark, den S-Bahnhof Pankow, das Brechthaus und vieles mehr. Ihre Bilder stellte sie unter dem Projektnamen „gezeichnet.Pankow“ mehrfach aus. Die Betrachter sind immer wieder von der Detailtreue begeistert.

Für Geschichte interessiert

„Durch dieses Projekt habe ich meinen Heimatbezirk sehr intensiv kennengelernt“, sagt sie „Wenn ich ein Gebäude ausgewählt habe, möchte ich natürlich mehr über seine Geschichte wissen. Dabei erfuhr ich dann auch gleich mehr über Pankow. Und immer wieder wurden mir auch von älteren Pankowern Geschichten zu einzelnen Häusern erzählt. In diesem Projekt merkte ich einmal mehr, was für ein wunderschöner Bezirk Pankow ist.“

Die Künstlerin wohnt seit über 15 Jahren unweit der Schönhauser Allee und Kulturbrauerei. „Ich wollte schon immer in diese Gegend ziehen. Hier fühle ich mich richtig heimisch, und hier möchte ich auch nicht mehr weg“, sagt die Künstlerin lächelnd. BW
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