Keine Hoffnung fürs Krankenhaus: Senat und Vivantes bleiben bei ihrer Entscheidung

Das Krankenhaus an der Fröbelstraße soll bis zum Sommer 2018 leergezogen sein. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Senat und Vivantes sind nicht bereit, ihre Entscheidung zur Schließung des Krankenhauses Prenzlauer Berg zurückzunehmen. Das teilten Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) und die Vivantes-Geschäftsführung dem Bezirksamt mit.

Das Bezirksamt hatte im Sommer von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) den Auftrag erhalten, sich für den Erhalt des Krankenhauses in der Fröbelstraße 15 einzusetzen. Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales sowie die Geschäftsführung der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH fassten 2008 den Beschluss, die Klinik zu schließen. Sie soll bis 2018 komplett in einen Neubau am Krankenhaus Friedrichshain umziehen.

Seitdem veränderten sich allerdings die Rahmenbedingungen komplett. Die Bevölkerung in Prenzlauer Berg nimmt weiter rasant zu. Deshalb sollte das Krankenhaus mit einer der heutigen Bevölkerungsstruktur des Ortsteils angepassten Konzeption erhalten bleiben. Diese Auffassung vertreten sowohl BVV als auch das Bezirksamt.

Senator Czaja weist indes darauf hin, dass die neuen Entwicklungen bereits im Krankenhausplan 2016 Eingang fanden. In diesem gehe man davon aus, dass mit der Verlagerung der Betten von der Fröbelstraße in das Krankenhaus Friedrichshain die Versorgungsqualität für Prenzlauer Berg gesteigert werde. Das wäre auch bei einer aufwendigen Sanierung des Krankenhauses Prenzlauer Berg in gleichem Umfang nicht möglich, schätzt der Senator ein.

Ähnlich sieht es die Geschäftsführung von Vivantes. Das Bauprojekt „Ersatzneubau am Klinikum Friedrichshain“ liege im Zeit- und Kostenrahmen. So werde der erste Bauabschnitt im ersten Quartal 2017 in Betrieb gehen. Der zweite Bauabschnitt wird Mitte 2018 fertiggestellt. Senator und Vivantes versichern aber, dass man die weitere Entwicklung der medizinischen Versorgung in Prenzlauer Berg im Auge behalten werde. Aber bei der Entscheidung zur Schließung des Krankenhauses handele es sich um eine Entscheidung, die langfristig getroffen wurde.

„Nach Auffassung des Bezirksamts handelt es sich um eine politische Entscheidung“, sagt hingegen Sozialstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD). „Diese kann und muss im Falle der Veränderung der äußeren Rahmenbedingungen korrigiert werden. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass sich Entscheidungen über die Aufgabe oder Verkleinerung von Standorten gerade im innerstädtischen Bereich oftmals als kurzsichtig erweisen und kostenintensivere Ersatzmaßnahmen nach sich ziehen.“

Es sollte daher eine den demografischen Entwicklungen und der Gebäudesituation angepasste, tragfähige und zukunftsorientierte Lösung für den Standort geben. Das Bezirksamt werde die Entwicklung jedenfalls weiter aufmerksam verfolgen, so die Stadträtin. BW
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