Verordnete wollen verbliebene Kletterpflanzen an den Verwaltungsgebäuden schützen

Die Fassade des Hauses 6 war immer üppig begrünt. Das wird in diesem Jahr nicht mehr der Fall sein. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Bezirksamt Pankow |

Prenzlauer Berg. Mit einem ungewöhnlichen Dringlichkeitsantrag befassten sich die Pankower Verordneten auf der jüngsten BVV-Sitzung. In diesem ging es um den Schutz des Fassadengrüns an den Bezirksamtsgebäuden in der Fröbelstraße 17.

Das Bezirksamt hatte sich im vergangenen Jahr von seinem größten Verwaltungsstandort getrennt. Der Gebäudekomplex an der Fröbelstraße wurde nach langwierigen Verhandlungen der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH übertragen.

Der Grund: Die Gebäude sind stark sanierungsbedürftig. Für die nötigen Arbeiten steht dem Bezirk aber kein Geld im Haushalt zur Verfügung. Deshalb wurde die Immobilie an die BIM übertragen. Diese wird sich um die Sanierung und um ein effizientes Immobilienmanagement kümmern. Der Bezirk ist „nur“ noch Mieter. Neben dem Saal und den Büros der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) befinden sich unter anderem das Sozialamt, das Ordnungsamt und das Bürgeramt am Standort.

Vor allem die Fassade des Bürgeramtes im Haus 6 bot in der Vegetationszeit bisher einen imposanten Anblick. Kletterpflanzen sorgten dort für üppiges Grün. Doch kurz vor der jüngsten BVV-Sitzung mussten Verordnete feststellen, dass die Stämme der Fassadenkletterer am Haus 6 gekappt wurden. „Die jahrzehntealten Efeu- und Weinpflanzen werden nicht mehr nachwachsen“, meint Wolfram Kempe von der Linksfraktion. „Dieser Frevel steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der Gebäude durch den Eigentümer BIM.“

Zu befürchten sei, dass das auch an den anderen Gebäudefassaden passiert, an denen die Fassadenbegrünung noch vorhanden ist, so Kempe. Deshalb fordern die Verordneten das Bezirksamt als Mieter der Gebäude auf, den Eigentümer darauf hinzuweisen, dass die Sanierungsarbeiten schonend erfolgen sollen. Das wichtige Fassadengrün müsse erhalten bleiben, beschloss die BVV.

Es könne nicht sein, dass die öffentliche Hand auf der einen Seite Mittel aufwendet, um private Fassadenbegrünung zu fördern, andererseits an ihren eigenen Gebäuden solch einen Vandalismus begeht, so Kempe. Zwar kann die erfolgte Kappung nicht mehr ungeschehen gemacht werden, aber die BIM soll verpflichtet werden, die angerichteten Schäden durch Neupflanzungen auszugleichen. Claudia Steinke (CDU), die im Ausschuss für Umwelt und Natur Mitglied ist, wies die Verordneten indes darauf hin, dass die BIM in der vergangenen Wahlperiode in einem Gutachten zur Sanierung der Gebäude bereits die Entfernung des Fassadengrüns angekündigt hatte. Aber nur zwei Verordnete hatten sich seinerzeit das Gutachten genauer angesehen. Deshalb müsse nun rasch mit der BIM gesprochen werden, damit das restliche Fassadengrün erhalten bleibt.
„In der Fröbelstraße 17 sind für das Haus 6 Archiv- und Aufenthaltsräume im Keller geplant. Im Vorfeld muss der Keller von außen abgedichtet werden. Dafür sind Aufgrabungen und Ausschachtungen nötig, die eine Entfernung der Fassadenbegrünung an dieser Stelle unumgänglich machen", erklärt Johanna Steinke von der BIM. Es handele sich um keine "willkürliche Zerstörung". Für weitere Gebäudeteile sei eine Entfernung der Begrünung nicht geplant. Bislang gäbe es keine Maßnahmen, die dies erforderlich machten. BW
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