Ausstellung über Teutoburger Platz zieht eine Bilanz

In einer Ausstellung wird über die Entwicklung des Sanierungsgebietes Teutoburger Platz informiert. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Wie hat sich der Kiez Teutoburger Platz in den 18 Jahren als Sanierungsgebiet entwickelt? Dieser Frage geht eine Ausstellung nach, die bis zum 17. Oktober in der Architektur-Galerie Aedes auf dem Pfefferberg-Gelände in der Christinenstraße 18-19 zu sehen ist.

Der Kiez Teutoburger Platz war 1994 zum Sanierungsgebiet erklärt worden. 18 Jahre lang flossen Fördermittel von Bund und Land in den Kiez. Mit der Ausstellung wollen Senat, Bezirk und der bisherige Sanierungsbeauftragte, die Stern GmbH, Bilanz ziehen.Von Bund und Land sind 110 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert worden. Mit diesem Geld konnte eine Aufwertung des Gebiets erreicht werden. Die zuständige Referatsleiterin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Maria Berning, lobt, dass sich das Gebiet zu einem citynahen Wohnstandort mit attraktivem Stadtbild entwickelt habe. Damit wurde der Kiez vor allem für junge Familien mit Kindern interessant. So ist die Zahl der unter Sechsjährigen im Sanierungszeitraum von 290 auf 798 gestiegen.

Aber nicht nur die Zahl der Kinder, auch die Gesamtzahl der Einwohner nahm zu. Lebten zu Beginn der Sanierung 6456 Menschen im Kiez, so sind es heute 8600. Ein Grund dafür ist sicher, dass von den 4535 sanierungsbedürftigen Wohnungen inzwischen 3444 Wohnungen, also 76 Prozent, modernisiert oder instand gesetzt worden sind. Des Weiteren entstanden etwa 210 Wohnungen im frei finanzierten Wohnungsbau.

Dass alle Entwicklungen im Kiez stets kritisch von den Bewohnern am Teutoburger Platz begleitet wurden, zeigte sich auch zur Eröffnung der Ausstellung. In einer kurzen Aktion trugen schwarz gekleidete Demonstranten einige Projekte, die ihrer Meinung nach schiefliefen, zu Grabe. Vor allem aber kritisierten sie, dass die meisten der Bewohner, die vor 18 Jahren noch im Gebiet lebten, inzwischen verdrängt wurden. Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte, dass er zwar den Ärger und die Trauer über einige Fehler der Vergangenheit verstehen könne, insgesamt überwiege für ihn aber die Freude über das Erreichte. "Wir dürfen nicht vergessen, wie es am Teutoburger Platz aussah", sagte er. "Dächer waren undicht, Keller feucht, es gab Außenklos und Smog wegen der Kohleöfen. Die DDR hatte den Kiez abgeschrieben." Dass dort in den Jahren als Sanierungsgebiet eine anormale Fluktuation stattfand, stimme nicht, so der Stadtrat. Statistiken belegen, dass die Fluktuation in den zwanzig Jahren vor der Wende genauso hoch war wie in den zwanzig Jahren danach. "Die Gründe dafür waren vor der Wende sicher andere als nach der Wende. Aber letztlich ist es so, dass es am Teutoburger Platz schon immer viele Wegzüge und Zuzüge gab."

Wenn man sich ansehe, was aus dem Kiez geworden ist, und einen Vergleich zu 1994 ziehe, sei das schon eine Erfolgsgeschichte. Und die gehe noch weiter, so Kirchner. So werde auf dem erweiterten Teil des Hirschhofs noch ein Platzhaus entstehen. Außerdem wird in den kommenden zwei Jahren das Stadtbad Oderberger Straße restauriert und umgebaut. Für dieses Bauvorhaben gab es vor wenigen Tagen die Baugenehmigung.

Über die Entwicklung des früheren Sanierungsgebiets Teutoburger Platz kann sich nun jeder in der Ausstellung ein eigenes Bild machen. Zu besichtigen ist sie bis zum 17. Oktober dienstags bis freitags von 11 bis 18.30 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 13 bis 17 Uhr.


Bernd Wähner / BW
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