Barrierefreier Ausbau der Gehwege ist abgeschlossen

Die stellvertretende BV-Vorsteherin Ute Schnur setzte sich für einen barrierefreien Umbau ein. Mit Jens-Holger Kirchner testete sie das Ergebnis. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Es war eines der umstrittensten Verkehrsprojekte des Bezirks: die denkmalgerechte Rekonstruktion der Gehwege in der Kastanienallee. Mit einer offiziellen Verkehrsfreigabe erklärte Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) die Arbeiten vor wenigen Tagen für beendet.

"Wir haben in der Planungsphase der Kastanienallee viel gelernt, was das Thema Bürgerbeteiligung betrifft", resümiert der Stadtrat. "Auch was die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung angeht, haben wir neue Erfahrungen gesammelt. Unter anderem erfanden wir das neue Beteiligungsinstrument der Berollung mit Rollstuhlfahrern." Dass die Planungen für die Kastanienallee zur Gründung einer Bürgerinitiative führen und monatelang die Medien beschäftigen würden, war anfangs noch nicht abzusehen. Auf 650 Metern der Straße sollten für 2,5 Millionen Euro aus dem Fonds städtebaulicher Denkmalschutz Restaurierungsarbeiten auf den Gehwegen erfolgen. 2008 wurden erste Pläne in einer Anwohnerversammlung vorgestellt. Schon damals gab es Gegenwind.

Als dann im Herbst 2010 der Baubeginn angekündigt wurde, machten Bürger richtig mobil. Sie schlossen sich zur Bürgerinitiative "Stoppt K21" zusammen. Die Gegner des Umbaus fürchteten, dass die Straße ihr Flair verlieren würde. Darum sprachen sie sich zwar für Gehwegreparaturen und Tempo 30 auf der gesamten Straße aus, lehnten aber weitergehende Umbaumaßnahmen ab. Es gab Gespräche zwischen Amt und Initiative. Zu einer Einigung kam es nicht. Auch ein Antrag der Bürgerinitiative in der BVV wurde von der Mehrheit der Verordneten abgelehnt. Danach protestierte die Initiative weiter. Außerdem beantragte sie ein Bürgerbegehren zum Umbau der Kastanienallee. Damit scheiterte sie allerdings.

Seit April 2011 ist der Gehweg der Kastanienallee in vielen kleinen Etappen restauriert und teilweise umgebaut worden. Unter anderem entstanden an den Straßenbahnhaltestellen sogenannte Kaps, die das Ein- und Aussteigen erleichtern. Alle Bäume wurden erhalten. Als große Errungenschaft empfindet es Kirchner, dass die Kastanienallee jetzt auch von Manschen mit Behinderung barrierefrei passiert werden kann.

Zu den neuen Erfahrungen, die das Bezirksamt auf der Kastanienallee machte, gehört auch, dass es nichts bringt, eine solche Straße in vielen kleinen Etappen zu bearbeiten. "Mit Rücksicht auf die Geschäftsleute haben wir kleine Bauabschnitte eingerichtet", sagt Kirchner. "Das hat die Bauarbeiten unnötig verlängert und weder den Gewerbetreibenden noch uns etwas gebracht." Aber die Verwaltung lerne aus solchen Erfahrungen, versichert Kirchner. Noch in diesem Jahr soll mit Umbau auf der Pappelallee und Stargarder Straße begonnen werden. Dabei handelt es sich um eine Verlängerung der Kastanienallee über die Ecke Schönhauser Richtung Norden. "Hier haben wir frühzeitig mit der Bürgerbeteiligung begonnen. Anwohner und Gewerbetreibende wurden in die Planungsschritte mit einbezogen. Wir erzielten einen Kompromiss, mit dem alle Seiten leben können. Mit ähnlichen Problemen wie in der Kastanienallee rechne ich hier nicht", so Kirchner.

Weil es zur Freigabe der Kastanienallee sehr kalt war, soll es voraussichtlich im April noch einmal einen Termin zum Ende der Bauarbeiten geben. Zeitgleich soll dann der Abschluss der Sanierung der Oderberger Straße gefeiert werden.


Bernd Wähner / BW
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