Bezirksamt gab für den Kiez Untersuchung in Auftrag

Die Häuser im Ernst-Thälmann-Park sollen in absehbarer Zeit saniert werden. (Foto: BW)
 
Blick auf die Häuser im Ernst-Thälmann-Park: Sie sollen in absehbarer Zeit saniert werden. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Das Bezirksamt hat eine Voruntersuchung zur städtebaulichen Situation des Quartiers Ernst-Thälmann-Park in Auftrag geben. Aufbauend auf diese Untersuchung soll ein städtebauliches Entwicklungskonzept dieses Wohngebiet erarbeitet werden.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Bezirkspolitik in erster Linie um die Sanierungsgebiete in den Altbauquartieren von Prenzlauer Berg gekümmert, sagt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger-Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen). Dort ist inzwischen ein Großteil der Wohnungen saniert. Die Infrastruktur ist weitestgehend auf Vordermann gebracht. Doch nun müsse man sich endlich auch um das Neubaugebiet Ernst-Thälmann-Park kümmern. Ganz so neu ist das inzwischen auch nicht mehr. Bereits im März 1983, also vor genau 30 Jahren, gab es den ersten Spatenstich für das Wohngebiet. Den Auftrag dafür gab es von der damaligen DDR-Partei- und Staatsführung. Zeitgleich mit dem Beginn der Bauarbeiten wurde das frühere Gaswerk auf dem Areal abgerissen. Vor allem die Sprengung der Gasometer am 28. Juli 1984 sorgte im Vorfeld für einigen Wirbel.Als 1986 das Wohngebiet Ernst-Thälmann-Park übergeben wurde, waren in knapp drei Jahren Bauzeit auf 26 Hektar 1332 Wohnungen für etwa 4000 Mieter sowie weitläufige Grünanlagen entstanden. Ein Jahr später wurde außerdem das Zeiss-Großplanetarium am Rande des Parks eingeweiht. Inzwischen gibt es im Wohnpark einige Mängel. Grünanlagen sind ungepflegt. Der Teich im Park droht jedes Jahr zu kippen. Es fehlt an Läden im Kiez. Es gibt aber auch Visionen: Der Bezirk möchte das Kulturareal rund um die Wabe weiterentwickeln. Außerdem gibt es mehrere Investoren, die im Quartier bauen wollen. Des Weiteren ist die Sanierung von Häusern geplant.

Damit eine städtebaulich möglichst geordnete Entwicklung angeschoben werden kann, entschieden Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und Bezirksamt, zunächst eine Voruntersuchung zur Situation in Auftrag zu geben. Den Auftrag erhielt das Büro Stattbau. Ein Team von Stadtplanern, Soziologen und Landschaftsplanern wird in den nächsten Monaten eine Bestandsaufnahme im Quartier zwischen S-Bahngleisen, Prenzlauer Allee, Danziger Straße und Greifswalder Straße vornehmen. Stattliche 40 Hektar umfasst das Untersuchungsgebiet. Wichtig ist der Bezirkspolitik, dass in den Prozess der Analyse und der Konzeptentwicklung von Anfang an die Bewohner des Quartiers einbezogen werden. Deshalb stellte sich das mit der Voruntersuchung beauftragte Team vor wenigen Tagen auch auf einer Bürgerversammlung im Pankower BVV-Saal den Kiezbewohnern vor. Die Tatsache, dass der Saal fast überfüllt war, zeugt davon, wie groß das Interesse der Bewohner des Thälmann-Parks ist. Anwohner machten aber auch aus ihrer Befürchtung keinen Hehl, dass das ganze Verfahren kaum etwas bringen wird.

Noch im März führen die Gutachter eine Fragebogenaktion durch. Im April und Mai soll es dann eine offene Bürgerwerksatt geben. Im Sommer wird die Analyse ausgewertet. Im August und September soll eine weitere offene Bürgerwerkstatt stattfinden. Am 31. Oktober wird, so der Plan, der Bericht mit den Untersuchungsergebnissen und Empfehlungen für das Gebiet fertig sein.

Weitere Informationen gibt es bei Genia Krug von der Stattbau Stadtentwicklungsgesellschaft mbH unter 69 08 10 sowie im Internet auf www.stattbau.de.

Bernd Wähner / BW
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