Bündnisgrüne regen Erläuterungen zum Denkmal an

Wird es schon bald eine Kommentar-Tafel am Ernst-Thälmann-Denkmal geben? (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Das große Denkmal an der Greifswalder Straße prägt das Wohngebiet Ernst-Thälmann-Park. Dass es erhalten bleibt, ist derzeit in der Pankower Bezirkspolitik unstrittig. Aber es sollte eine Kommentierung geben.

Diesen Antrag stellte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Über dieses Thema wird jetzt im Kulturausschuss diskutiert. Seit der Wende 1989/1990 wird immer wieder von unterschiedlichen Gruppierungen die Forderung erhoben, das Ernst-Thälmann-Denkmal abzureißen. Auch im jüngsten Wahlkampf gab es wieder solche Stimmen. "Bei dem Denkmal handelt es sich zweifellos um das Artefakt einer Diktatur", erklärt die grüne Fraktionschefin Daniela Billig. "Jedoch ist es gerade als solches ein ambivalentes Mahnmal, das die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts verdeutlicht."Viele der neu nach Prenzlauer Berg Hinzugezogenen, aber auch viele nach 1990 Geborene wissen mit diesem Denkmal nicht viel anzufangen. Deshalb solle man die Möglichkeit eines solchen Denkmals nutzen, einen Teil der deutschen Geschichte bewusst zu machen. Deshalb regen die Grünen eine Kommentierung des Denkmals an. Unter anderem sollte mehr zur historischen Persönlichkeit Ernst Thälmann zu erfahren sein. Außerdem sollte darüber informiert werden, wie und warum er in der DDR als Held und Märtyrer verehrt wurde. Daniela Billig: "Der Text soll von qualifizierter und sachverständiger Seite, beispielsweise von einem Historiker, verfasst werden." Außerdem sei die Gedenktafelkommission des Bezirks Pankow in den Prozess einzubeziehen. Nach einer Diskussion im Kulturausschuss wird die BVV über diesen Antrag entscheiden.


Bernd Wähner / BW
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