Christa-Maria Grasme ist seit 18 Jahren Schiedsfrau

Christa-Maria Grasme ist Schiedsfrau. Sie versucht unter anderem Nachbarschaftsstreitereien zu schlichten. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. "Schlichten statt richten" ist der Leitspruch von Christa-Maria Grasme. Seit 18 Jahren ist sie Schiedsfrau in einem Teil von Prenzlauer Berg.

Mitte der 90er-Jahre in der Berliner Woche, dass das Bezirksamt Bewerber für das Schiedsamt sucht. "Mich interessierte das und so bewarb ich mich", sagt sie. Sie wurde prompt von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gewählt. Seitdem ist Christa-Maria Grasme mit Leidenschaft dabei. Das merkt man, wenn sie von ihrem Ehrenamt spricht. Sie hat inzwischen schon so manches erlebt. Da kann sie so leicht nichts mehr aus der Ruhe bringen. "Unsere Aufgabengebiete sind im Schiedsamtsgesetz festgelegt", so Grasme. "Das sind Strafrechtsangelegenheiten, an denen es vonseiten der Amtsanwaltschaft kein öffentliches Interesse gibt, beispielsweise Beleidigungen oder einfache Körperverletzungen wie eine Ohrfeige." Und es sind zivilrechtliche Probleme. "Wenn einer dem anderen Geld geborgt hat, und der Schuldner nicht zurückzahlen will. Dann kann man versuchen, die Sache beim Schiedsamt zu klären", nennt Christa-Maria Grasme ein Beispiel. Häufig sind es aber die berühmt-berüchtigten Streitereien unter Nachbarn, die zu schlichten sind. Wenn dem einen Nachbarn die Hecke zu hoch ist oder die Frösche im Gartenteich nebenan zu laut quaken, dann schaukelt sich mancher Konflikt schnell hoch.

Wenn "Streithähne" zu ihr kommen, versucht die Schiedsfrau, sie vor allem zu einem versachlichten und freundlichen Umgang miteinander zu bewegen. Es geht im Schiedsamt also nicht darum, einen Schuldigen auszumachen und zu urteilen. Ziel ist eine gütliche außergerichtliche Einigung zwischen den Parteien. Das klappt nach Schätzung der Schiedsfrau in etwa 70 Prozent der Fälle. "Wird keine Schlichtung erreicht, steht es den Betreffenden immer noch frei, sich vor Gericht auseinanderzusetzen", so die Schiedsfrau. Doch das wird dann weit teurer als eine gütliche Einigung im Schiedsamt.

Gewählt werden die Schiedsleute alle fünf Jahre von der BVV, vereidigt vom Präsidenten des Amtsgerichtes. Das Amtsgericht hat auch die Dienstaufsicht über das Schiedsamt und unterstützt die Schulung der Schiedsleute. Diese wiederum sind im Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen organisiert. Geschäftsführerin der Berliner Vereinigung ist übrigens Christa-Maria Grasme. Sie sorgt in dieser Funktion auch dafür, dass sich die Schiedsleute der Hauptstadt regelmäßig zum Erfahrungsaustausch treffen.

Wer sein Problem von Schiedsleuten geklärt haben möchte, muss sich laut Gesetz an die zuständige Schiedsperson im Bezirk seines Antragsgegners wenden. Wer zuständig ist, erfährt man auf www.berlin.de/ba-pankow/buergerdienste/schiedsamt.html. Mit Schiedsfrau Christa-Maria Grasme, die für einen Teil von Prenzlauer Berg zuständig ist, kann man Termine unter 424 61 48 vereinbaren. Weitere Informationen gibt es auch auf www.bds-berlin.com.

Bernd Wähner / BW
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