Die Geschichte von mutigen Sozialdemokraten recherchiert

Prenzlauer Berg. Ungewöhnliche Post finden dieser Tage Bewohner der Kieze Falkplatz und Arnimplatz in ihren Briefkästen. Es sind Postkarten mit der Aufschrift "Mein Nachbar war im Widerstand". Diese verteilen Mitglieder der SPD Falkplatz-Arnimplatz in Häusern, in denen Menschen lebten, die Widerstand gegen das Naziregime leisteten.

"Im Rahmen unserer Recherchen sind wir auf 19 Sozialdemokraten gestoßen, die hier gelebt und sich dem Naziregime in unterschiedlicher Weise widersetzt haben", sagt Wolf Witte, der Vorsitzende der SPD-Abteilung. "Durch das SPD-Verbot in der DDR ist unsere Kiezhistorie vor 1989 zu großen Teilen in Vergessenheit geraten. Das wollen wir in unserem Jubiläumsjahr ,150 Jahre SPD‘ ändern und die Geschichte unserer Genossen aus dem Dunkel hervorholen. Überraschend viele Geschichten haben sich bei unseren Recherchen aufgetan."Da ist zum Beispiel die von Willy Kressmann. Dieser war Redakteur der illegalen Zeitung "Jungprolet". Er wohnte in der Seelower Straße. Bei den Recherchen wurde man auch auf Max Kreuziger aufmerksam, der in der Driesener Straße zu Hause war. Er stellte seinen Buchladen für illegale Treffen von SPD-Mitgliedern zur Verfügung. Ein weiteres Beispiel ist Frieda Gebauer aus der Kopenhagener Straße. Als ihr Mann in einem Arbeitserziehungslager einsaß, schmuggelte sie Nachrichten, Lebensmittel und Arzneien in das Lager.

"Das sind nur drei Beispiele für die insgesamt 19 mutigen Sozialdemokraten, an deren Geschichte wir erinnern möchten", so Wolf Witte. Insgesamt 1000 Postkarten mit diesen Geschichten werden in den Briefkästen verteilt. Sie erinnern mit kurzen Lebensläufen an die betreffenden Widerstandskämpfer. Des Weiteren wird im Internet über diese besondere Kiezgeschichte informiert. Auf www.meinnachbarwarimwiderstand.de kann jeder die 19 Lebensläufe und Bilder ansehen.


Bernd Wähner / BW
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