Ein Kompromiss zum Mauerpark muss jetzt gefunden werden

Prenzlauer Berg. Der Senat will mit einem Kompromiss erreichen, dass der Mauerpark zügig erweitert werden kann. Seit sechs Jahren ringen Senat, die Bezirke Mitte und Pankow sowie Anwohner um eine Erweiterung des Parks.

Das Problem ist, dass die Erweiterungsfläche nicht dem Land, sondern dem Unternehmen CA Immo gehört. Dieses würde Berlin die Erweiterungsfläche zur Verfügung stellen, allerdings möchte das Unternehmen im Gegenzug Baurecht für Häuser mit 600 Wohnungen nördlich vom Mauerpark erhalten. An dieser Forderung scheiden sich die Geister. Anwohner und Pankower Politiker wollen keine oder nur eine moderate Bebauung am Mauerpark zulassen. Landespolitiker und der Bezirk Mitte sehen indes keine andere Möglichkeit, als auf die Forderung einzugehen. Viel Zeit bleibt nicht mehr, um einen Kompromiss zu finden. Denn für den Bau des fertigen Teils des Mauerparks stellte die Allianz-Umweltstiftung 2,3 Millionen Euro zur Verfügung. Vertraglich wurde vereinbart, dass bis Ende 2012 der Senat eine Erweiterung des Mauerparks um zwei Hektar in Angriff genommen haben muss. Ist das nicht der Fall, muss das Land die gesamte Summe an die Stiftung zurückzahlen.Kürzlich teilte der Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Christian Gaebler (SPD), mit, dass man mit der CA Immo einen städtebaulichen Vertrag abschließen werde. Der Mauerpark werde von acht auf 13 Hektar erweitert. Die CA Immo erhalte im Gegenzug Baurecht. Gaebler erklärt, dass die Baustellenerschließung von der westlichen Gleimstraße aus erfolgen soll. Eine dauerhafte Zufahrt von der Schwedter Straße sei nicht Gegenstand des Vertrages. Auch Kinderbauernhof und Spielplatz würden bestehen bleiben.

Dem traut man in Pankow nicht. Deshalb fordern die Verordneten unter anderem vom Bezirksamt, den Bebauungsplan zur dauerhaften Sicherung der Grünfläche nördlich des Gleimtunnels, des Kinderbauernhofs, Kletterfelsens und Spielplatzes mit höchster Priorität voranzutreiben. Außerdem ist das Bezirksamt angehalten, die Senatsverwaltung und das Bezirksamt Mitte nochmals darauf hinzuweisen, dass eine Erschließung des neuen Wohngebietes über Straßen des Gleimsviertels ausgeschlossen sei.


Bernd Wähner / BW
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