Eltern wollen deutsch-griechische Klassen erhalten

Schüler und Eltern auf dem Hof der Homer-Grundschule. Mit Protestaktionen kämpfen sie seit einigen Wochen für den Erhalt des griechischen Zuges. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Eltern aus der deutsch-griechischen Europaschule machen gegen die Schließung des Schulstandorts in Prenzlauer Berg mobil. Die Senatsschulverwaltung will an der Homer-Grundschule in der Pasteurstraße 10/12 ab dem kommenden Schuljahr keine bilingualen ersten Klassen mehr einrichten.

Der deutsch-griechische Zweig an dieser Schule, der seit 1996 besteht, soll auslaufen. Als Alternative wird den Eltern angeboten, dass ihre Kinder die Athene-Grundschule in Lichterfelde-West besuchen können. Dort befindet sich der zweite Berliner Standort des deutsch-griechischen Europaschul-Zweiges. Auf die vorgesehene Schließung des Schulzweiges machten Schüler und Eltern mit einer Protestaktion vor dem SPD-Europaparteitag in der Arena Berlin aufmerksam. Kürzlich stellte Christian Ernst, Vater eines der Kinder aus dem deutsch-griechischen Schulzweig, Fragen zu den Hintergründen und Folgen der geplanten Schließung an Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) während der BVV-Sitzung.

Die Senatsverwaltung begründete ihre Schließungsabsicht damit, dass die Pankower Schulstadträtin die Plätze an der Homer-Grundschule wegen der geburtenstarken Jahrgänge im Bezirk dringend für Regelklassen benötige. Dem widersprach die Stadträtin dann auch nicht. Die Homer-Grundschule sei bereits übervoll. Aber die deutsch-griechischen Klassen wären relativ klein.

Diese Schüler kämen nur zu einem geringen Teil aus dem Bezirk Pankow. "Die Staatlichen Europaschulen Berlin (SESB) haben keinen Wohnort-Bezug", erklärt die Stadträtin. Anders sieht es bei den rein deutschen Grundschulklassen aus. Dort müsse ein wohnortnahes Angebot vorgehalten werden. Gerade im Einzugsbereich der Homer-Grundschule nehmen die Schülerzahlen stetig zu. Deshalb habe man sich zu einer Auslagerung des SESB-Zuges entschlossen. "Wir hätten die Entscheidung nicht so getroffen, wenn die Situation anders wäre", versichert die Stadträtin. Andere Alternativen in Pankow, Griechisch als Erst- oder Zweisprache bei Schülern zu fördern, gebe es im Bezirk leider nicht, so die Stadträtin.

Mit diesen Antworten sind die Eltern nicht zufrieden. "Da die Griechisch-Klassen mit wesentlich kleineren Räumen auskommen als Regelklassen, werden auf absehbare Zeit keinesfalls geeignete Räume für Regelklassen frei. Damit werden unterm Strich auch keine neuen Plätze geschaffen", erklärt Elternsprecherin Maria Wengert-Chalkiadaki. Stattdessen werde in das bewährte Schulprofil und die Identität der Homer-Grundschule eingegriffen.


Bernd Wähner / BW
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