Erfolgreiches Konzept wird jetzt in der Oberstufe fortgeführt

Jonathan und Luna aus der Freien Schule Pfefferwerk baute an diesem Modell der Ausstellung "Eiszeit" mit. (Foto: BW)
 
Diese beiden Globen fertigten Hanna und Malou an. Der eine zeigt die Erde während der letzten Eiszeit, der andere die heutige Erde. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Vor zehn Jahren ging die Freie Grundschule Pfefferwerk an den Start. Mit Beginn des neuen Schuljahres bietet der Träger nun auch noch eine Freie Sekundarschule an.

Zur Gründung der Grundschule kam es Anfang des Jahrtausends, weil Eltern für ihre Kinder eine Alternative zu staatlichen Schulen suchten. Mit der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH fanden sie einen Träger, der ihr Schulkonzept und den Aufbau der Schule unterstützte. Pfefferwerk betreibt die Schule heute in Kooperation mit dem Förderverein "KinderKinder". Dieser organisiert den Schulhort. Geeignete Räume wurden im Komplex in Schönfließer Straße 7 gefunden. Im zweiten Obergeschoss des Hofgebäudes wurde eine Etage für die Freie Schule ausgebaut. Vor zehn Jahren ging sie zunächst mit 16 Schülern an den Start. "Heute werden bei uns 80 Schüler von der Klassenstufe eins bis sechs unterrichtet", sagt Schulleiterin Alinda Boekhoff.Eine Besonderheit am Konzept ist, dass jahrgangsübergreifend gelernt wird. Schüler der Klassenstufen eins bis drei sowie vier bis sechs gehören jeweils zu einer Lerngruppe. Insgesamt gibt es vier Gruppen. Der Vorteil ist, dass die älteren Schüler den jüngeren Lehrstoff mit vermitteln. Dabei wiederholen und vertiefen sie ihrerseits den Lehrstoff und festigen so ihr Wissen. Zu jeder Lerngruppe gehören drei Pädagogen. Sie verstehen sich vor allem als "Persönlichkeitspotenzialcoach", wie Alinda Boekhoff erklärt. "Wir schauen nicht, wo die Fehler und Schwächen des Einzelnen liegen. Wir holen das Kind dort ab, wo es steht und bereiten es auf seine Zukunft vor."

Zurzeit wird über das jahrgangsübergreifende Lernen in der Schuleingangsphase der staatlichen Schulen heftig debattiert. Dass das jahrgangsübergreifende Lernen funktionieren kann, zeigt die Freie Schule Pfefferwerk. "Das ist natürlich eine Herausforderung für die Pädagogen", erklärt Alinda Boekhoff. "Die normale Lehrerausbildung reicht da nicht aus, um erfolgreich zu sein. Da bedarf es stetiger Fortbildung, weil man beim jahrgangsübergreifenden Lernen ganz neue Aufgaben meistern muss. Wichtig ist vor allem, dass man erreicht, dass die Kinder Freude am Lernen haben."

Beim Übergang in die staatlichen Oberschulen kamen die bisherigen Grundschüler aus der Freien Schule Pfefferwerk ganz gut zurecht, berichtet die Schulleiterin. Viele wären aber auch gern in der Oberschule weiter nach dem Konzept der Freien Schule unterrichtet worden. Diese Möglichkeit soll es nun ab dem kommenden Schuljahr geben. "Mit Beginn des neuen Schuljahres starten wir zunächst mit einer siebten Klasse", so Alinda Boekhoff. Diese weiterführende Freie Schule entsteht im dritten Obergeschoss des Schulgebäudes. Demnächst werden die Räume entsprechend ausgebaut. Geplant ist, in der Sekundarschule perspektivisch drei Lerngruppen zu unterrichten. Zum Start der neuen Sekundarschule findet am 21. März um 18 Uhr in der Schönfließer Straße 7 eine Infoveranstaltung statt.

In den Räumen der Grundschule ist indes seit einigen Tagen die neue Jahresausstellung zu sehen. Schüler einer Lerngruppe der Klassenstufen vier bis sechs beschäftigten sich mit der Eiszeit in Berlin-Brandenburg. Dazu gestalteten sie mehrere Modelle. Die Ausstellung "Eiszeit" wird bis Ende März gezeigt. Grundschulklassen anderer Schulen sind willkommen, sich die Ausstellung anzusehen. Sie können sich für eine Führung durch die Ausstellung bei der Schulleitung unter 44 71 73 05 anmelden.

Weitere Informationen auf www.freie-grundschule.de.

Bernd Wähner / BW
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