Erste Ergebnisse werden in einer Ausstellung präsentiert

Prenzlauer Berg. In das Gebiet um den Humannplatz fließen in den nächsten Jahren zahlreiche Fördermittel aus dem Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz". Das nimmt das Heinrich-Schliemann-Gymnasium zum Anlass, um in einem Langzeitprojekt die Veränderungen im Kiez zu dokumentieren.

Unterstützt werden die Schüler dabei von der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH. Das Langzeitprojekt begann Ende 2010 und soll bis 2015 laufen. Erste Ergebnisse ihrer Dokumentationsarbeit stellen die Schüler jetzt in einer Ausstellung in der ersten Etage des Kultur- und Bildungszentrums "Sebastian Haffner" in der Prenzlauer Allee 227/228 vor. Die Schüler wollen mit ihrem Vorhaben dazu beitragen, die Bewohner des Gebietes für das Thema "Städtebaulicher Denkmalschutz" zu sensibilisieren. Zugleich lernen sie selbst natürlich den Kiez, in dem sich ihre Schule befindet, aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen. In jedem Schuljahr nehmen sich jeweils zwei Klassen der Dokumentation an. In den ersten beiden Jahren stand die Projektarbeit unter dem Motto "Schülerexpedition im Humannquartier". Die Schüler nahmen aktuelle Sanierungsvorhaben unter die Lupe, sammelten Informationen zu ihnen und zum Quartier und setzten die Bauvorhaben fotografisch in Szene.

Entstanden ist das Wohngebiet um den Humannplatz auf der Grundlage des von James Hobrecht entwickelten und 1862 in Kraft gesetzten "Bebauungsplanes für die Umgebungen Berlins". Die Bebauung des Gebietes erfolgte von Süden nach Norden. Die südlichen Baublöcke von der Stargarder Straße bis zum S-Bahnring entstanden im Wesentlichen zwischen 1870 bis 1899. Die nördliche Bebauung erfolgte überwiegend ab 1900. Weitere Häuser entstanden zwischen 1919 und 1932 auf größeren Parzellen und ohne Hinterhof. Das Gebiet Humannplatz ist in seiner Geschlossenheit bis heute weitgehend erhalten geblieben.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind gut zwei Drittel der Wohnhäuser saniert worden. Nur in die öffentliche Bausubstanz ist kaum Geld geflossen. Deshalb nahm der der Senat das Gebiet in die Förderkulisse für den "Städtebaulichen Denkmalschutz" auf. Saniert werden sollen nun vor allem die alten Schulgebäude, der Humannplatz selbst sowie Straßen im Kiez.

Unter anderem ist geplant, dass in das 1913/1914 errichtete Heinrich-Schliemann-Gymnasium in der Dunckerstraße 64 etwa sechs Millionen Euro investiert werden. Weitere knapp fünf Millionen Euro fließen in die Sanierung der Carl-Humann-Grundschule (Baujahr 1909-1911) in der Scherenbergstraße 7. Etwa vier Millionen Euro fließen in die Sanierung der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule (Baujahr 1913-1916) in der Erich-Weinert-Straße 70. In die Sanierung des Humannplatzes selbst werden etwas mehr als eine Millionen Euro investiert. Eröffnet wurde dieser übrigens vor 110 Jahren. Im zurückliegenden Jahr konnte auf ihm bereits der erneuerte Spielplatz eröffnet werden.

Über diese und weitere Projekte informieren die Schüler in ihrer Ausstellung. Diese ist bis zum 5. Mai dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Weitere Informationen auf http://asurl.de/3wj.

Bernd Wähner / BW
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