Erste Ergebnisse zum Untersuchungsgebiet Ernst-Thälmann-Park

Der Saal der Wabe war bei der Präsentation der Zwischenergebnisse übervoll. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Das avisierte Leitbild für den Ernst-Thälmann-Park steht in ersten Konturen. Aber noch gibt es Ecken und Kanten, die bearbeitet werden müssen.

Dieses Fazit lässt sich nach einer Präsentationsveranstaltung vorläufiger Ergebnisse der Gutachter ziehen. Das Bezirksamt und die Stattbau GmbH hatten Kiezbewohner in die Wabe eingeladen. Bei den Einwohnern war die Stimmung aufgeheizt. Eigentlich sollten sie in den Prozess der Voruntersuchung einbezogen werden. Fast ein Vierteljahr herrschte aber Funkstille zwischen Gutachterbüro und Bewohnerinitiative. Außerdem war ein vorgesehener Workshop abgesagt worden. So verwundert es nicht, dass einige Anwohner den Eindruck hatten: "Wir werden hier vor vollendete Tatsachen gestellt!"Dabei hatte alles verheißungsvoll begonnen. Anfang des Jahres lud das Bezirksamt Einwohner des Wohngebiets zu einer Auftaktveranstaltung ein. Die Bezirkspolitik hatte das Büro Stattbau GmbH damit beauftragt, eine Voruntersuchung für das Gebiet zwischen Greifswalder, Danziger Straße, Prenzlauer Allee und S-Bahngleisen zu erstellen. Darauf aufbauend soll dann ein Leitbild für die nächsten Jahre entwickelt werden. Dieses ist nötig, weil Investoren die Baupotenziale im Kiez immer mehr entdecken. Damit eventuelle Neubauten sich städtebaulich einordnen, sollten Rahmenbedingungen festgelegt werden. Außerdem gibt es inzwischen an etlichen Punkten einen Sanierungsstau. Auch die Pflege der Grünanlagen ist alles andere als optimal. Auch hier sollten Festlegungen für die weitere Entwicklung getroffen werden.

Nach der Auftaktveranstaltung zur Voruntersuchung gab es zahlreiche Gespräche mit Bewohnern, Vermietern, Städteplanern und Investoren. Es fand ein erster Workshop statt. Danach Funkstille. Die Kiezbewohner entwickelten ihr eigenes Konzept "*teddyzweinull". Darin erklären sie, was ihnen wichtig ist. Inzwischen präsentieren sie es auch im Internet auf www.teddyzweinull.de.

Die Funkstille begründet Stattbau-Projektleiterin Constance Cremer damit, dass man Zeit brauchte, um in Ruhe die Ergebnisse der Voruntersuchung zusammenzufassen. Hinzu kam, dass man sich mit der Ausweitung des Untersuchungsgebietes befassen musste. "Wir erkannten schon bald, dass das vorgesehene Gebiet zu eng gefasst ist", sagt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (B’90/Grüne). Ein Investor hat nämlich die Bahnbrücke über die Greifswalder Straße sowie dasBahngelände und das Zementwerk am Anton-Saefkow-Park erworben. Deshalb ist das Untersuchungsgebiet um den Bereich Greifswalder Straße, Anton-Saefkow-Straße und Kniprodestraße erweitert worden.

Die Präsentation von Stattbau GmbH und Bezirksamt zeigte: Bei vielen Themen gibt es Einigkeit mit den Kiezbewohnern: Alle Grünanlagen sollen erhalten bleiben, aber aufgewertet werden. Das Kulturareal an der Danziger Straße 101 muss saniert werden. Der Schulcampus am Planetarium ist weiter auszubauen. Größere Differenzen gibt es allerdings beim Streifen entlang der S-Bahngleise. Während sich die Kiezbewohner dort ein grünes Band wünschen, sehen die Gutachter Potenzial für den Bau von circa 2200 Wohnungen. Etwa 700 könnten auf dem Güterbahnhof, weitere 1500 auf dem Zementwerkareal entstehen. Hier gibt es also noch erheblichen Gesprächsbedarf. "Wir müssen weiter miteinander reden", fasst Kirchner zusammen. Unter anderem bietet er einen weiteren Workshop an.

Am 31. Oktober um 19.30 Uhr werden die Ergebnisse noch im Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung vorgestellt. Die Sitzung findet auf dem Bezirksamtsgelände in der Fröbelstraße 17 statt. Hier wird voraussichtlich auch über das weitere Verfahren diskutiert.


Bernd Wähner / BW
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