Kastanienallee: Verkehrslenkung will Geschwindigkeit nicht begrenzen

Prenzlauer Berg. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte diesen Beschluss eigentlich mit deutlicher Mehrheit gefasst: Das Bezirksamt sollte sich beim Senat dafür einsetzen, dass auf der Kastanienallee Tempo 30 angeordnet wird.

Aber weder die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt noch die Verkehrslenkung Berlin sehen dazu eine Veranlassung. Das teilten sie dem Bezirksamt schriftlich mit. Dabei hatten sich die Bezirkspolitiker über ihren Antrag lange diskutiert. Die Kastanienallee war gerade erst zwischen Schönhauser Allee und Schwedter Straße umgebaut worden. Das führt dazu, dass die Flaniermeile noch mehr von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird. Das rechtfertige ein Tempolimit, meinen die Bezirkspolitiker. Sie beschlossen deshalb, dass die Kastanienallee als "verkehrsberuhigter Geschäftsbereich" mit durchgehend Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit ausgewiesen werden soll.Allerdings ist die Kastanienallee eine sogenannte übergeordnete Straße. Während auf den kleineren Straßen die Verkehrsbehörde des Bezirks das Sagen hat, muss auf Straßen wie der Kastanienallee die Verkehrslenkung Berlin entscheiden. Diese ist bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angesiedelt. Die Pankower Bezirkspolitiker hatten es bereits zweimal mit ihrem Antrag versucht. Jedes Mal hatte die Verkehrslenkung abgelehnt. Nach dem Ausbau der Straße gab es aber eine neue Situation. Die Mehrheit der Verordneten hält deshalb eine Tempo-30-Beschränkung für eine wichtige ergänzende Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Hinzu kommt, dass die Senatsverwaltung im Weinbergsweg, der Fortsetzung der Kastanienallee in Mitte, Tempo 30 bereits angeordnet hat.

Doch die Verantwortlichen von der Verkehrslenkung denken nicht daran, durchgehend Tempo 30 auf der Kastanienallee zu genehmigen. Der Leiter Jörg Lange teilte dem Bezirksamt mit, dass "die Verkehrssicherheit in der Kastanienallee bereits Prüfgegenstand der Unfallkommission des Landes Berlin" war. Eine detaillierte Unfallauswertung habe ergeben, dass Tempo 30 nicht nötig sei. Auch die Bedeutung der Kastanienallee als übergeordnete Straße spreche gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung.


Bernd Wähner / BW
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