Klaus Lemmnitz engagiert sich für den Bötzowkiez

Klaus Lemmnitz mit dem Signet des Sommerfestes "stierisch gut". (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Vor fünf Jahren begann Klaus Lemmnitz, sich für den Erhalt der Kurt-Tucholsky-Bibliothek zu engagieren. Inzwischen ist er Vorsitzender eines äußerst regen Bürgervereins. Dieser kann demnächst seinen fünften Geburtstag begehen.

Doch so richtig groß gefeiert wurde mit den Bürgern aus dem Kiez bereits vor wenigen Tagen. Auf dem Arnswalder Platz fand unter dem Motto "stierisch gut" das erste große Sommerfest im Bötzowviertel statt. "Die Resonanz war weit größer, als wir gedacht hatten. Es war fantastisch", freut sich Klaus Lemmnitz. Die Idee, ein solches Fest für den Kiez zu organisieren, entstand bei freiwilligen Arbeitseinsätzen von Anwohnern auf dem Arnswalder Platz. Allerdings brauchte man einiges an Know-how, um solch ein Fest zu organisieren und um alle behördlichen Genehmigungen zu erhalten. Deshalb schloss sich die Festinitiative dem Bürgerverein Pro Kiez-Bötzowviertel an. "Aus einer ähnlichen Bürgerinitiative heraus entstand auch unser Verein", sagt der Vorsitzende. Vor fünf Jahren wollte das Bezirksamt Pankow die Kurt-Tucholsky-Bibliothek in der Esmarchstraße 18 schließen. Wegen Personaleinsparungen standen keine Bibliothekarinnen mehr zur Verfügung. Eine Bürgerinitiative, in der Klaus Lemmnitz einer der Wortführer war, setzte sich für den Erhalt der Bibliothek ein. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, sammelte die Bürgerinitiative Tausende Unterschriften. Außerdem besetzte sie die Bibliothek. Schriftsteller kamen, um mit Lesungen ihre Solidarität zu bekunden. Die Initiative entwickelte ein Konzept für den ehrenamtlichen Betrieb der Bibliothek.

Der beharrliche Kampf war von Erfolg gekrönt. Das Bezirksamt erklärte sich bereit, einen Vertrag über den ehrenamtlichen Betrieb der Bibliothek abzuschließen. "Weil für solch einen Vertragsabschluss eine juristische Person notwendig ist, entschlossen wir uns, den Bürgerverein Pro Kiez Bötzowviertel zu gründen", erklärt Lemmnitz. Der Maschinenbauingenieur und Diplomvolkswirt war seinerzeit noch als Vorstand der Gewerbehofgenossenschaft Königstadt beschäftigt. Trotzdem erklärte er sich bereit, im Ehrenamt den Vorsitz des Bürgervereins zu übernehmen. "Ich lebe seit 1975 im Bötzowviertel. Hier ist mein Zuhause, und ich möchte, dass sich der Kiez positiv weiterentwickelt", begründet er seine Entscheidung.

In seinem Kiez engagiert sich Lemmnitz schon weit länger. Er kann sich noch gut an die Zeit vor 1990 erinnern, als Hausgemeinschaften Vorgärten pflegten. Als der Senat Anfang der 90er-Jahre das Bötzowviertel zum Sanierungsgebiet erklärte, engagierte sich der rührige Kiezbewohner in der Betroffenenvertretung. In dieser setzte er sich dafür ein, dass Sanierungsziele verwirklicht werden. Dazu zählten der Bau von Spielplätzen und die Sanierung von Kitas und Schulen.

Das erste Projekt des Vereins, die Kurt-Tucholsky-Bibliothek, ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte. Über 20 Ehrenamtliche engagieren sich dafür, dass die Bücherei jede Woche zuverlässig an mehreren Tagen geöffnet ist. "Weil die Aufgaben, die unser Verein übernimmt, aber stetig wachsen, bemühen wir uns, im Haus Esmarchstraße 18 mehr Räume zu bekommen. Darüber verhandeln wir mit dem Bezirksamt, das das Gebäude verwaltet", sagt Lemmnitz.

Klaus Lemmnitz, inzwischen 67 Jahre alt, wird schon bald noch ein wenig mehr Zeit für die Arbeit im Bürgerverein haben. Nach und nach fährt er seine Tätigkeit für die Gewerbehofgenossenschaft zurück. Doch langweilig wird ihm auch in Zukunft dank seines Ehrenamtes garantiert nicht.

Weitere Informationen zum Bürgerverein gibt es im Internet auf www.prokiez.de.

Bernd Wähner / BW
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