Kulturareal an der Danziger Straße soll einem Treuhänder übergeben werden

Prenzlauer Berg. Das Kulturareal im Ernst-Thälmann-Park soll zwar gesichert werden, aber nicht mehr in der Regie des Bezirksamtes. Einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) zufolge soll es an einen Treuhänder gehen.

Vorgesehen ist, dass die Gesellschaft für Stadtentwicklung GSE gGmbH die Kultureinrichtungen übernimmt. Dazu gehören der Veranstaltungssaal Wabe, das Theater unterm Dach, die Jugendkulturetage, die Galerie parterre sowie die Künstlerischen Werkstätten. Entstanden sind sie in den 80er-Jahren auf dem Gelände der früheren Gasanstalt. Über 100 Jahre lang versorgte sie den Norden und Nordosten Berlins mit Stadtgas. Anfang der 80er-Jahre ließ die DDR-Führung die Gasanstalt einebnen und darauf ein neues Wohnquartier bauen. Nur an der Danziger Straße 101-105 blieben einige der alten Gebäude des Gaswerks erhalten. In ihnen sowie im seinerzeit neu errichteten Veranstaltungsort Wabe fanden Kultureinrichtungen ein Zuhause.

Am 1. April 1986 wurden sie offiziell eröffnet. Bislang werden sie vom Bezirksamt verwaltet und betrieben. Aber inzwischen gibt es einen erheblichen Sanierungsstau. Nach 25 Jahren Dauerbetrieb muss in die Gebäude investiert werden. Auf etwa zehn Millionen Euro wird die benötigte Summe geschätzt. Immer wieder hatte das Bezirksamt Fördermittel beim Senat beantragt. Bislang wurden die Anträge aber nicht bewilligt. Weil in den unsanierten Gebäuden auch die Betriebskosten sehr hoch sind, wollte sich das Bezirksamt von ihnen trennen.

Im Laufe vergangener Haushaltsberatungen brachten Verordnete aber ein Treuhandmodell ins Gespräch. Als Partner wurde die gemeinnützige Gesellschaft GSE gefunden. Mit ihr handelte der Bezirk einen Grundstücksvertrag sowie einen Gewerbemietvertrag aus. Pankows Stadträtin für Facility Management Christine Keil (Die Linke) kann nun berichten, dass die GSE bereits von ihrem Treuhandgeber, der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft die Zustimmung zu den Verträgen erhalten hat. Als nächstes müssen noch die Senatsverwaltung für Finanzen und das Abgeordnetenhaus zustimmen. Danach könnte ein konkreter Plan zur Übertragung an den Treuhänder erarbeitet werden, so Keil.


Bernd Wähner / BW
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